FeedKaufmann (Christoph)
HeilkundeBrockhaus 1882

Kaufmann (Christoph), Philanthropist, herrnhutischer Arzt, «der Apostel der Geniezeitov, geb. 14. Aug. 1753 zu Winterthur, studierte Arzneikunde zu Bern, mischte sich jedoch bald als Weltverbesserer in die Basedowschen pädagogischen Reformbestrebungen. Von Lavater, der ihn gleich nach Christus setzte, empfohlen, durchzog er 1776 in auffallender Tracht und mit affektierter einfacher Lebensweise Deutschland, um sich nach dem dessauischen Philanthropin zu begeben, wurde in Weimar von dem Herzog Karl August und Goethe freundlich aufgenommen, von dem Dichter-Maler Müller in seinem Fausto als Gottes Spürhundo persifliert, bald auch anderweitig abgewiesen. Mit Unterstützung eines von Haugwitz machte er 1777 einen Versuch mit der Landwirtschaft zu Hegi bei Winterthur (1777 —- 81), bewarb sich aber dann um die Stelle eines Arztes bei der Herrnhutergemeine Gnadenfrei 1782, erhielt eine solche zu Neusalz 1782, später, 1786, zu Berthelsdorf und Herrnhut, und starb zu Berthelsdorf 21. März 1795. Vgl. Düntzer, «Christoph K.» (Lpz. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 197Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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