Keller ist ein in der Regel unter dem Erdgeschoß, mithin ganz oder zum Teil unter der Erdoberfläche gelegener Raum eines Hauses, der meist gewölbt ist und seiner kühlen, gleichmäßigen Temperatur wegen zur Aufbewahrung von Vorräten oder zur Vornahme geeigneter Arbeiten dient. Nicht überwölbte derartige Räume nennt man Balkenkeller, —— indes keineswegs zu empfehlen sind. Der Fußboden der K. wird steinern gemacht und muß siets über dem höchsten Stand des Grundwassers liegen. Behufs Verhinderung des Aufsteigens von Grundfeuchtigkeit versieht man denselben mit einer Betonsohle oder Cementschicht. Die Höhe der K. muß mindestens mannshoch sein. Man sorgt außerdem für hinreichende Ventilation der Kellerräume; auch vermeidet man die zu nahe Lage derselben an Abtritt- und Senkgruben. Die für Kellerräume in Wohngebäuden geeignetste Gewölbkonstruktion ist das sog. Kappengewölbe (s. Gewölbe), eine Verbindung von Gurtbögen mit zwischengespannten flachen Tonnengewölben (preuß. Kappenh, weil dasselbe am wenigsten Höhe erfordert, sich bequem beleuchten läßt und den meisten nutzbaren Raum gewährt. Bei mangelnder Höhe wölbt man die Kappen zwischen Eisenträgern oder auch Eisenbahnschienen. Ist der K. nicht von der Haupt⸗ oder Kellertreppe aus zugänglich, sodaß sich ein besonderer überwölbter Zugang zum K., etwa von der Straße aus, nötig macht, so erhält man einen sog. Kellerhals, Für besondere Zwecke, namentlich zum Aufbewahren von Fleisch, Bier, Eis u. s. w. im Sommer, legt man K. außerhalb der Wohngebäude in Bergabhängen und Felsen an (Berg⸗ und Felsenkeller). Se hr ausgedehnte Heleramiaden sind bei dem Brauereibetriebe nötig, teils zum Keimen der Gerste, teils zum Gären und Lagern des Biers, womit sehr oft Eiskeller in Verbindung stehen. Die Eis kel ler für Konditoreien, Krankenhäuser u. s. w. erfordern eine sehr sorgfältige Konstruktion und Isolierung vom Grundwasser und der atmosphärischen Luft. Sie werden entweder ganz oder halb in der Erde oder über derselben angelegt und erfordern einen nach Norden gelegenen Eingang mit zwei-bis dreifachem Abschluß, doppelte Mauer mit Isolierschichten und hermetische Abführung des Schmelzwassers. K. zum Lagern von Wein bedürfen weniger einer ausreichenden Beleuchtung, als guten Ventilation; Kartoffel⸗ und Gemüsekeller eben- sowohl trockene Lage, wie gute Beleuchtung. Berühmt zum Teil von alters her sind die unter den Rathäusern oder alten Patrizierhäusern großer und alter Städte befindlichen, zum Weinschank u. dgl. benutzten K., so besonders der bremer, lübecker, berliner, münchener u. s. w. Ratskeller, Auerbachs K. in Leipzig, der Esterhäzykeller in Wien u. a. m.