FeedKeller (Ferd.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Keller (Ferd.), Historienmaler, geb. zu Karlsruhe 5. Aug. 1842, lebte in der Jugend mehrere Jahre in Brasilien, studierte an der karlsruher Akademie namentlich unter dem Historienmaler Canon, dann vier Jahre in Rom und lieferte hierauf eine Reihe von größern Schöpfungen, welche zu den ernstest gedachten und formvollendetsten der neuern deutschen Geschichtsmalerei zählen. Auf der pariser Weltausstellung erregte 1867 sein Tod Philipps II. Aufsehen, welches Bild in Rio de Janeiro den ersten Ausstellungspreis gewann. Für den Brand von Rom unter Nero erhielt er auf der wiener Weltausstellung 1873 die Kunstmedaille. In Dresden siegte K. bei der Konkurrenz für den neuen Vorhang des Theaters, den er 1876 auch ausführte. Eins seiner vollendetsten Werke war auf der ersten internationalen Kunstausstellung in Wien 1882 ausgestellt: Hero findet die Leiche des Leander, eine Komposition von hochdramatischer Wirkung. Von K.s Conversations-Lexikon. 13. Aufl. X. Landschaften ist besonders der Brasilianische Urwald hervorzuheben, außerdem hat er sich in Karlsruhe und Heidelberg auch mit Erfolg als Freskomaler versucht. Seine Porträts zeichnen sich durch tiefe Charakteristik aus, endlich ist K. auch ein vollendeter Zeichner, wovon er durch die Darstellungen der vier Temperamente und die Komposition eines Renaissanceschildes in Gerlachs «Allegorien und Emblemen» (Wien 1883) glänzende Proben abgelegt hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 225Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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