Keltern ist gleichbedeutend mit auspressen und wird vorzugsweise vom Auspressen der Weintrauben gebraucht. Dem K. vorher geht das Stampfen in Kufen oder das Zerquetschen der Beeren auf der Traubenraspel zur vorläufigen Maischegewinnung. Das K. geschieht durch mechan. Vorrichtungen, welche die Kelter genannt werden. Die älteste und gewöhnlichste Kelter ist die sog. Baumpresse, bei der eine starke Stange als Hebel wirkt; zweckmäßiger ist die eiserne Schraubenpresse oder Spindelpresse, am besten die neueste Konstruktion der franz. Kniehebelkelter. Obst wird in Trögen mittels senkrechter Laufsteine (Obstmühlen) zum Behufe der Cidergewinnung zermahlen und danach ausgepreßt.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 228Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei