FeedKeltiberier
NaturlehreBrockhaus 1882

Keltiberier, im Altertum Name einer Anzahl kriegerischer Volksstämme, die in Hispanien (s. d.) aus einer Mischung alter iberischer Elemente mit aus Gallien eingewanderten kelt. Massen sich mißt, sind unter C aufzusuchen. gebildet hatten. Die K. bewohnten die Südwesthälfte von Aragon und den größten Teil der Landschaften von Cuenca, Soria und Burgos. Unter den Plätzen ihres Gebiets ist in der alten Geschichte Numantia die bekannteste (jetzt Ruinen von Garray bei Soria). Als Hauptstämme der K. nennen die Alten, von Westen nach Osten und Süden gruppiert: Arevaker, Murboger, Beronen, Pelendonen, Lusonen, Beller und Titter. Keltische Sprachen bilden eine Familie des indogerman. Sprachstammes, wie Bopp, Prichard und Pictet erwiesen haben; der eigentliche Begründer der kelt. Sprachforschung ist J. K. Zeuß. Von dem Keltischen des Festlandes sind viele Eigennamen, aber nur wenige Inschriften und einige ins Lateinische übergegangene Wörter erhalten. Die Kelten der brit. Inseln haben teilweise ihre Sprache bewahrt. Ihre modernen Dialekte zerfallen in zwei Gruppen: 1) Irisch oder gälisch, gespalten in neuirisch lin Irland), gälisch (in Schottland) und manx lauf der Insel Man). 2) Britisch, zerfallend in kymrisch (in Wales), cornisch (in Cornwall, im 18. Jahrh. ausgestorben) und bretonisch (in der franz. Basse-Bretagne, die im 5.bis 7. Jahrh. n. Chr. von brit. Auswanderern besetzt worden ist). Die Zahl der keltisch Redenden in Europa beträgt gegenwärtig 3½ Mill. Die festländischen Kelten bedienten sich zuerst des griech., später des röm. Alphabets. Von ihrer Litteratur ist nichts bekannt; die Druiden verboten schriftliche Aufzeichnung ihrer Lehren; die weltlichen Sänger und Dichter hießen Barden. Die Inselkelten nahmen ihr Alphabet von den Römern und den christl. Missionaren an; daneben sindet sich eine den Runen vergleichbare Schrift, von den Iren ogam genannt, über deren Alter und Ursprung noch nichts Sicheres konstatiert worden ist. Eine reiche ältere Litteratur in kelt. Sprache besitzen Irland und Wales. Allgemeinere Werke über die kelt. Sprachen sind: LChuyd, «Archaeologia Britannica (Oxf. 1707); Prichard, «The eastern origin of the celtic nation o (Lond. 1831; Neudruck 1857); Pictet, «De Paftinité des langues celtiques avec le Sanscrito (Par. 1837); Bopp, «über die keltischen Sprachen vom Gesichtspunkte der vergleichenden Sprachforschung » (Phil. ⸗histor. Abhandlungen der königl. Akademie der Wissenschaften, Berl. 1838); J. K. Zeuß, (Grammatica Celtican (Berl. 1853; 2. Aufl., besorgt von H. Ehel, Berl. 1871): D'Arbois de Jubainville, „Iitudes grammaticales sur les langues celtiques. Io (Par. 1881) und «Introduction à étude de la littérature celtiquen (Par. 1883); Windisch, «Kelt. Sprachen (in Ersch u. Grubers «Encyklopädie , Sect. II, Tl. 35, Lpz. 1884).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 228Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6