Kermes, Kermeskörner oder Scharlachkörner heißen im Handel die erbsengroßen trächtigen Weibchen der Kermesschildlaus (Coccus ilicis), die wie die an Oleandern, Orangerie und überhaupt an Topfgewächsen häufige und daher sehr bekannte Orangerielaus lebt und durch Anbohren und Aussaugen der im südl. Europa und im Orient einheimischen Kermes eiche (Quercus coecifera) sich ernährt. Man sammelt die Weibchen gegen Ende des Monats Mai ein, tötet sie und bringt sie in getrockneter Gestalt unter dem Namen von Kermeskörnern in den Handel, indem sie namentlich früher (vor dem Bekanntwerden der roten Teerfarben) in der Färberei zur Hervorbringung eines bräunlichen Dunkelrots und zur Bereitung einer geringern Sorte von Karmin benutzt wurden. Nicht zu verwechseln mit diesem Färbestoff ist die sog. volnische oder deutsche Cochenille (Coccus polonicus), die aus einer andern Art getrockneter Schildläuse besteht, welche vor Entdeckung der mexik. Cochenille viel gebraucht wurden und an der Wurzel eines gewöhnlichen Unkrauts der fe sind (Seleranthus) vorkommen. Beide Färbestoffe sind gegenwärtig fast gänzlich außer Gebrauch.