Cocheuille (Coccionella), eine Art der Schildläuse bekannt durch ihren schönroten Farbestoff, den Karmin (s. d.). Die Schildläuse (Coccus) bilden unter den wanzenartigen Insekten, Halbflüglern oder Schnabelkerfen eine eigene Familie, in der die kleinen Männchen meist geflügelt sind, die Weibchen dagegen platt, flügellos, mit kaum sichtbarer G H+ und Füßen erscheinen. Mit ihrem langen Schnabel stechen sich die Weibchen in das Pflanzengewebe ein, aus dem sie die Säfte saugen. Sie legen ihre Eier unter sich, sterben dann und bilden mit dems 82 berochte Körper eine schützende Decke darüber. Bei der echten C. oder der Nopalschildlaus (C. cacti), die schon lange als ausgezeichneter Farbestoff bekannt war, ehe man ihre tierische Natur erkannte, haben die Männchen zehngliederige Fühler und lange Schwanzborsten am Hinterleibe, die Weibchen, die grau und geringelt sind, sehr kurze Schwanzborsten und eine Art Filz auf dem Körper. Sie leben auf den Kaktusblättern und vermehren sich so rasch, daß fünf Generationen im Jahre aufeinander folgen können. Man züchtet rmißt, sind unter K aufzusuchen. sie in besondern Pflanzungen in Mexiko, Centralamerika, Algerien, am Kap der Guten Hoffnung, von wo sich die Zucht nach dem südl. Europa verbreitet hat, ohne jedoch daselbst Wurzel zu fassen. Ein Hektar Landes, mit Kaktus bepflanzt, kann 400 kg (auf 1 kg 17 140000 getrocknete Tierchen) liefern. Die Pflege derselben, das Übersetzen der eben ausgekrochenen, noch beweglichen Larven auf andere Pflanzen erfordern viele Sorgfalt und alemn bint, ar Sind die Weibchen, die man fast allein benutzt, ausgewachsen, so sammelt man sie und tötet sie durch heiße Wasserdämpfe oder durch die Hitze eines Backofens. Die beste Sorte ist die Mestica, die vorzüglich in Honduras an den kultivierten Kakteen gesammelt wird. Eine geringere Art, die Waldcochenille (C. silvestris), hat dichtern Filz und geringere Größe, auch weniger Farbestoff. Eine ähnliche Art, die Lackschildlaus (C. lacca), wird in Ostindien auf dem Feigenbaume gezüchtet und liefert unter Mitwirkung des Milchsaftes der Bäume den rotgefärbten Stocklack, aus dem man einesteils einen roten Färbelack, den Lac-Dye, andernteils den Schellack gewinnt. Früher namentlich, wo die roten Farbestoffe seltener waren als jetzt, benutzte man auch eine in Deutschland an den Wurzeln des Knöterichs lebende, etwas verschiedene Schildlaus, das sog. Johannisblut oder die polnis 85 C. (C. polonicus). Ebenso ge-Mn hierher die Kermesschildlaus. (S. Kermes.) an wendet die C. in der Färberei der Seide und Kammwolle zu schönem und haltbarem Rot und in der Farbenfabrikation zur Herstellung von Karmin und Karminlack, zuweilen auch zu roter Tinte an. Seit Einführung des Fuchsins, des Corallins, Safranins, Magdalarots und Eosins in die Färberei hat der Verbrauch an C. sehr abgenommen.