Sinter nennen die Mineralogen diejenigen Absätze, welche aus mineralhaltigen Gewässern als krystallinischer oder amorpher Niederschlag entstehen und zum Teil sehr neuer, sogar noch fortdauernder Bildung sind. Der Gestalt nach ist der S. nierig, knollig, traubig, kolbig, röhrig, tropfsteinartig, staudig und zackig, was man zusammen oft mit dem Worte stalaktitisch bezeichnet, oder er kommt auch rindenartig als überzug vor. Man unterscheidet nach den Hauptbestandteilen 3. B. Kalksinter, Kieselsinter und Eisensinter oder Eisenpecherz. Der erstere wird nach seinem Vorkommen Tropfstein, Sprudelstein (in Karlsbad) u. s. w. genannt. Manche kalkhaltigen Quellenwasser bilden außerordentlich rasch solche Ablagerungen und man läßt wohl auch absichtlich hineingetauchte Gegenstände sich auf solche Art inkrustieren. Der Kieselsinter, eine Abart des Opals, ist meistens nur der Absatz heißer Quellen, besonders der Geiser auf Zaand, Neuseeland und in Nordamerika. Der Eisensinter findet sich auf alten Grubenbauen und auf Steinkohlenlagern, wo er aus Guhren Dia witternder Eisenkiese und Arsenkiese entsteht. Die Bildung der Stalaktiten aus kalkhaltigen Wassern gehört ebenfalls hierher. Mit S. bezeichnet man endlich auch noch zusammengeschmolzene Massen, so z. B. die durch den Blitz halb geschmolzenen Quarzkörner oder Blitzröhren (s. d.).