Kirche wie für die Musik maßgebend wurde durch mißt, sind unter C aufzusuchen. seinen Inhalt und durch die Form der Aufzeichnung in Neumen oder Zeichen, aus denen sich dann die moderne Tonschrift entwickelt hat. Seine Musik wurde als Gregorianischer Choral für die ganze abendländ. Kirche zum Kanon erhoben, der ein lang die Grundlage bildete, auf der man überall mit geringen Abweichungen beharrte und dem auch die Tonsetzer für ihre kunstvollen mehrstimmigen Gesänge die Motive entlehnten. Mit der Reformation beginnt eine neue Zeit, in welcher das Verhältnis der Musik zum Gottesdienst ein loseres wurde und andere Elemente die Oberhand gewannen. Die liturgische Musik der alten Kirche konnte trotz aller Mühe der Reformatoren nur unvollkommen bewahrt werden, dagegen gewann der Hymnus die Oberhand und gestaltete sich zu freien Kirchengesängen, an welchen wieder die ganze Gemeinde teilnahm. In der luth. Kirche als Choral⸗, in der reformierten und englischen als Psalmengesang hat das religiöse Lied vorzügliche Blüten getrieben, selbst bei den Katholiken, und sodann besonders in Deutschland und England eine hochvollendete kunstvolle Entwickelung der K. zur Folge gehabt. Hierzu trug namentlich die Orgel bei, welche freilich schon Jahrhunderte vorher im Gebrauch war, aber erst seit der Reformation im Gottesdienste recht zur Verwendung kam. Sie war längere Zeit das einzige Instrument, welches den kirchlichen Gesang führte, zog aber seit 1600 schnell das ganze Orchester in die Kirche. Mit dieser Wandlung beginnt wieder eine neue Zeit, die dritte oder letzte Periode, in der die K. weder an die priesterliche Liturgie (den Gregorianischen Chorah), noch an den Hymnus in Form des Gemeindegesangs (den Lutherischen Choral) strikte sich band, sondern kirchliche Texte in freier Erfindung zu mehrstimmigen Kompositionen verwandte, bei welchen der Gesang fast immer von Instrumenten begleitet wird. Die Grundlage dieser Kunst ist die Harmonie oder musikalische Mehrstimmigkeit, deren Entstehung gleich der Ausbildung der Orgel in das früheste Mittelalter zurückzuführen ist und die schon zu Luthers Zeit hochbedeutend war, unmittelbar nach ihm aber in unbegleiteten mehrstimmigen Gesängen eine Vollendung erhielt, welche in dieser Hinsicht nicht wieder erreicht ist. Jene 7 des 16. Jahrh. betrachtet man auch als die klassische Periode der kirchlichen Kunstmusik und bezeichnet die damalige Kompositionsweise nach ihrem größten Vertreter als den Palestrina-Stil. Die freiere Weise, welche Stimmen und Instrumente gleichmäßig anwendet und auch in der Wahl der Texte weit ungebundener sich bewegt, begann um 1600, also unmittelbar nach Palestrinas und Lassos Tode. Diese Kunstmusik über kirchliche Texte hat vielfach nur noch den einzelnen Text für ich im Auge, nicht mehr denselben als Teil der Liturgie und überhaupt nicht mehr den kirchlichen Kultus. Man pflegt daher von diesen Werken wohl zu sagen, sie seien nicht K., sondern nur Musik in der Kirche; es sind wesentlich Konzertstücke über kirchliche, biblische oder allgemein religiöse Texte. Hieraus geht hervor, weshalb diese letzte Periode der K., welche an musikalischer Kunst oder wenigstens an Tonmitteln von allen den größten Aufwand macht, dennoch nicht schlechterdings als eine Steigerung der voraufgegangenen Leistungen, sondern eher als eine teilweise Übertreibung und Ausartung derselben angesehen werden kann; und es wird erklärlich, wie gerade auf diesem Gebiet so viel Streit herrscht über das, was wahre K. sei und was nicht. Die Musik der einzelnen christl. Konfessionen oder Länder wurde zum Teil in umfangreichen Werken beschrieben, aber eine Gesamtdarstellung über den Gegenstand gibt es nicht. irche.