Kiruberger (Joh. ril 1l berühmter Musiktheoriker, geb. 24. April 1721 zu Saalfeld im Thüringischen, ging im Alter von 17 J. nach Sondershausen und war 1739 —41 in Leipzig Joh. Seb. Bachs Kompositions- und Orgelschüler. Von 1741 an lebte er in Polen, kehrte 1751 nach Deutschland zurück und wurde 1758 Hofmusikus bei der Prinzessin Amalie, in welcher Stellung er 27. Juli 1783 starb. Besondere Bedeutung erlangte er als theoretischer Schriftsteller, obwohl er im schriftlichen Vortrage steif und in den Grundsätzen einseitig war. Er veröffentlichte: «Konstruktion der gleichschwebenden Temperaturo (Berl. 1760), „Die Kunst des reinen Satzeso (sein Hauptwerk, 2 Bde., Berl. u. Königsb. 1771 — 79), „Grundsätze des Generalbasseso (Berl. 1781 u. öfter), Gedanken über verschiedene Lehrarten in der Kompositiono (Berl. 1782), Anleitung zur Sing-Kompositiono (Berl. 1782). K.s bedeutendster Schüler ist Johann Abraham Peter Schulz. ö 10— Kirrweiler, Dorf im bayr. Regierungsbezirk Pfalz, Bezirksamt Landau, Station (Maikammer-K.) der Linie Neustadt-Weißenburg der Pfälzischen Eisenbahnen, hat ein Schloß und eine Zwirnfabrik und zählt (1880) 1097 E. Hier schlugen 23. Mai 1794 die Preußen ein franz. Korps, wobei sich Blücher sehr auszeichnete. Kirsanow, Kreisstadt im russ. Gouvernement Tambow, rechts an der Worona und der Eisenbahn Tambow-Saratow, 100 km östlich von Tambow, mit (1882) 7203 E. hat bedeutenden Handel mit Rohmaterialien. Kirschäther, eine Lösung von gleichen Teilen Benzoesäureäther und Essigäther in je 150 Teilen Spiritus. Der K. wird vereinzelt in der Konditorei verwandt, um den Geschmack der Kirschen nachzuahmen, in größern Mengen zur Darstellung von künstlichem Kirschsaft. Kirschbaum (Cerasus), eine Pflanzengattung, die sich von der verwandten Gattung Prunus durch die nicht beduftete kugelrunde oder herzförmige Frucht mit saftigem Fleische und anhängendem Steine unterscheidet. (S. Kirschen.) Die stets weißen Blüten stehen in Dolden oder Trauben; die Blätter sind glatt, eben und glänzend, und ihre Hälften sind in der Jugend zusammengeklappt. Die Stämme sind vollkommen cylindrisch und haben oft eine glatte, glänzende, in ringförmigen Bändern sich ablösende Oberhaut. Zu dieser Gattung gehören mehrere wichtige Obstbaumarten. rmißt, sind unter C aufzusuchen. 20* Der Süßkirschbaum (Cerasus avium Mnch.), diejenige Art, welche nach Plinius im J. 73 v. Chr. von Lucullus aus der Stadt Kerasos im Pontus in seine Gärten eingeführt wurde, unterscheidet sich von der Sauerkirsche durch einen dicken, volllommen cylindrischen Stamm mit meist quirlig gestellten Asten und breitere, mehr stumpfzähnige, länger zugespitzte, matthellgrüne, schlaffe Blätter mit Drüsen an den behaarten Blattstielen. Die zwei bis fünf Blüten bilden ungestielte Dolden und kommen aus besondern vierschuppigen Knospen zugleich mit den Blättern an einjährigem Holze hervor. Der glockenförmige Kelch hat fünf längliche, zurückgeschlagene Abschnitte von violett-bräunlicher Farbe und die Blütenblätter sind am vordern Rande eingekerbt, innen konkav. Diese Art findet sich in Wäldern verwildert, zugleich eine Abart mit roten Früchten mit nicht färbendem Safte (Lichtkirsche), die meistens samenbeständig ist. Der Sauerkirschbaum (C. acida Borchl. Prunus L.), dessen Vaterland unbekannt ist, hat zwei Formen, eine (Weichsel) mit steifen und eine mil uberhängenden AÄsten. Ersterer wächst fast immer strauchartig. Der unterirdische Stamm (gewöhnlich Wurzel genannt) kriecht in der Erde in einer bestimmten Richtung hin und erzeugt auf seinem Wege Schossen, die wieder zu Sträuchern werden. Die Blätter sind auf beiden Flächen glänzend, unten heller, mehr gekerbt als gezähnt, verhältnismäßig lang gestielt; die untern Kerbzähne sind mit kleinen Drüsen besetzt. Die Blüten bilden zu drei bis fünf eine gestielte Dolde; der Hauptstiel trägt mehrere Laubblättchen, der Blütenstiel bloße Deckblättchen. Sie kommen aus sechsschuppigen Knospen. Die anfangs klebrigen f0 Kelchblätter flach zurückgeschlagen, die großen Blütenblätter flach ausgebreitet, nach der Basis stielartig verschmälert. Die rote Frucht hat einen sehr sauren, roten Saft. Dieser Art 6 For auch die Lichtl mi Kirsche an. Die zweite Form, die Weichsel mit überhängenden Asten, ist der Prunus Cerasus Linnés. Sie unterscheidet sich von der ersten durch einen mehr baumartigen Habitus und einen weniger sich ausbreitenden unterirdischen Stamm, wiewohl sie ebenfalls Ausläufer, außerdem Stockausschlag bildet. Die Blätter sind härter und etwas heller und ihr Rand ist gesägt und hat auf den beiden untersten Zähnen gut entwickelte Drüsen; die jungen rutenförmigen Aste und Zweige haben eine braune, oft Bäumen Farbe und hängen besonders an ältern äumen über. Das Laub zeichnet sich durch schöne rote Herbstfärbung aus. Die sehr lang gestielten, kleinen Blüten kommen aus sechsschuppigen Knospen und bilden deutlich gestielte Dolden, am gemeinschaftlichen Stiele mit Laubblättchen, an den Blütenstielen mit Deckblättchen. Die rundliche, rote Frucht ist sauer und hat meist rotes Fleisch. Wahrscheinlich durch Kreuzung des Sauer⸗ und des Süßkirschbaums ist der Glaskirschbaum (Cerasus vitrea Koch) entstanden. Derselbe bildet unterirdische Ausläufer, aus denen sich auch selbstständige Individuen mit einem regelmäßigen Stamme von 6—8 m Höhe und einer sparrigen Krone entwickeln können. Die Rinde reißt der Länge und der Quere nach auf und wird mit dem Alter schwarzbraun. Die ziemlich großen Blätter sind härter als die des Süßkirschbaums und ebenfalls doppelt gesägt, und am obern Teile des unbehaarten Blattstiels befinden sich zwei Drüsen. Die Blüten sind kurzgestielt und bilden gegen die Spitze der Zweige hin zu 3—4 eine ungestielte Dolde; sie kommen aus einer ten, Rinschal Knospe. Die ziemlich großen, hellrsten, feinschaligen Früchte haben helles, saftvolles, angenehm säuerliches Fleisch. Cinige Varietäten der Cerasusarten sind für die Ausstattung der Landschaftsgärten von Interesse. Zu diesen gehören vom Süßkirschbaume die gefüllt blühende Spielart (var. flore pleno), die farnblätterige (ar. asplenifolia) mit langen, schmalen, ziemlich tief eingeschnittenen, die weidenblätterige (var. salicifolia) mit sehr schmalen, aber ganzrandigen Blättern und eine Varietät mit hängenden Zweigen (var. pendula). Von den Sauerkirschen verdienen Erwähnung: var. flore albo pleno mit gefüllten weißen, var. flore roseo pleno mit gefüllten rosenroten Blüten und var. pendula mit graziös überhängenden Zweigen und rosenroten Blüten. Var. Rhexii hat große gefüllte, kleinen Rosen ähnliche Blüten.