FeedKirmänschäh
ErdkundeBrockhaus 1882

Kirmänschäh, richtiger Kirmanschahän, auch Kermanschahän geschrieben (arab. Karmisin), die neugebaute Hauptstadt der pers. Provinz Ardilän, 400 km im SW. von Teheran, am westl. Ufer des zum Kercha gehenden Gamas, ist stufenförmig an einem Bergabhange emporgebaut und wird von einer 5 kmelangen verfallenen Backsteinmauer eingeschlossen. Die Stadt hat eine Citadelle mit dem Residenzschloß eines pers. Prinzen und zählt gegenwärtig noch etwa 17000 E. Ihre Lage zwischen Hamadan und Bagdad, an der großen Hauptstraße für Kriegsheere, Pilgerzüge und Handelskarawanen, ist sehr günstig. Die Einwohner, ein Gemisch von Persern, Kurden, Laren, Arabern, Armeniern und Juden, verfertigen Schwerter und treiben jetzt sehr heruntergekommenen Obst⸗, Garten⸗ und Weinbau. Merkwürdig ist die herrliche Gegend durch ihre alten Baureste. (S. Bisutun.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 307Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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