Kirn, Stadt in der preuß. Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Kreuznach, am Einfluß des Hahnenbachs in die Nahe, 30 km von Kreuznach Station der Linie Saarbrücken-Bingerbrück der Preußischen Staatsbahnen, zählt (1880) 4167 meist prot. E. In der Stadt befinden sich mehrere bedeutende Glanzlederfabriken, die mit über 1200 Arbeitern aus Indien bezogene Schaf-⸗und Ziegenfelle verarbeiten, auch sind die Sohlledergerbereien von Bedeutung. Nahe bei der Stadt stehen die Ruinen der 926 erbauten Burg Kirburg (1744 durch die Franzosen gesprengt) auf einem Melaphyrfelsen, mit Weingärten; im Thale des Hahnenbachs, dessen Austritt 1875 einen großen Teil der Stadt zerstörte, befinden sich Achatschleifereien; ferner die Ruine Stein-Kallenfels und das Schloß Wartenstein. Die Stadt wird schon 841 als Chira genannt; sie kam 1748 mit Kirburg an die Salm-Kirburger Linie und ward später preußisch; der letzte Sprosse dieser Linie wurde während der Französischen Revolution 1794 zu Paris guillotiniert.