Kleie, ein Nebenprodukt der Mehlbereitung, welches ausgesondert wird, um die harte, feste, unverdauliche Samenschale zu entfernen. Bei der Einrichtung unserer Mühlen OM jedoch nicht allein die Samenschale, welche ihrer Menge nach nur etwa 3 Proz. vom Gewicht des Korns ausmacht, in die K. über, sondern zugleich eine große Menge der wertvollen Bestandteile, und namentlich der Eiweißstoffe, welche sich in den der Samenschale unmittelbar anliegenden und fest mit derselben verbundenen Zellschichten finden, und außerdem eine große Menge von Stärkemehl verloren. Da die Menge der abgesonderten K. 20—25 Proz. vom Gewicht des Korns beträgt, so ist dieser Verlust von menschlichem Nahrungsmittel sehr erheblich. Es hat daher auch nicht an Stimmen gefehlt, welche für die Nutzbarmachung der K. sich verwandt und den Konsum von Kleienbrot, der in vielen Gegenden in umfänglichstem Maße stattfindet, allgemein zu machen gesucht haben. Jedoch würde durch die Befolgung dieser Vorschläge kein Nutzen erreicht werden, da durch neuere Untersuchungen die unvollkommenere Verdaulichkeit des Kleienbrotes festgestellt ist. Dem menschlichen Darme wird durch den Genuß des Kleienbrotes eine Verdauungsarbeit auferlegt, die in keinem Verhältnis zu dem zu erzielenden Gewinn steht. Es ist demnach zweckmäßiger, die K. den Tieren zu überlassen, um durch sie ihre Bestandteile in Fleisch, Milch u. dgl. zu verwandeln, solange bis die Mühlenindustrie, die in dieser Beziehung in gewaltigem Fortschritt begriffen ist, ihre Apparate so weit vervollkommnet haben wird, daß in der K. nur noch der wirklich unverdauliche Bestandteil des Korns zur Absonderung kommt. Als Viehfutter hat die K. bedeutenden Wert. Sie enthält von Weizen in 1000 Teilen 135 Wasser, 22, Stickstoff, 53,5 Asche, darin 14,3 Kali, 0,2 Natron, 1,7 Kalk, säure, 0,5 Kieselsäure.