FeedKleist-Retzow (Hans Hugo von)
GeschichteBrockhaus 1882

Kleist-Retzow (Hans Hugo von), Führer der altkonservativen Partei in Preußen, geb. zu Kieckow bei Groß-Tychow in Pommern 25. Nov. 1814, erhielt seine Vorbildung in Schulpforta und widmete sich dann zu Göttingen und Berlin dem Studium der Rechtswissenschaft. Nachdem er beim Stadtgericht zu Berlin und beim Appellationsgericht zu Frankfurt a. O. im praktischen jurist. Dienst fungiert hatte, wurde er 1844 zum Landrat des Belgarder Kreises und 1851 zum Oberpräsidenten der Rheinprovinz ernannt, aus welcher Stellung er 1858 schied. K. vertritt die konservativen Prinzipien in Staat und Kirche mit Entschiedenheit und bedeutender Rednergabe. Im J. 1848 war er Mitglied des sog. Junkerparlaments, seit 1849 des preuß. Abgeordnetenhauses, dem er bis 1852 angehörte; auch war er 1850 Mitglied des Staatenhauses in Erfurt. Seit 1858 vertritt er die Familie von Kleist auf Präsentation derselben im preuß. Herrenhause. Dem Deutschen Reichstage gehört er seit 1877 an als Vertreter des Wahlkreises Herford-Halle. Im J. 1883 erhielt er den Titel als Wirkl. Geheimrat mit dem Prädikat Excellenz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 333Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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