Kleister ist im technolog. Sinne ein aus Stärke oder Mehl gekochter Stärkekitt, welcher namentlich bei den Buchbinder- und Portefeuillearbeiten und überhaupt beim Zusammenleimen und Kleistern von Papier und Pappe verwendet wird. Erwärmt man Stärkemehl mit der 12⸗ bis 15fachen Wassermenge bis auf 55 C., so findet keine sichtbare Veränderung der Stärke statt, bei einer Tempevatur von 55 bis 58 beginnen die Stärkekörner aufzuschwellen, und bei etwas höherer Temperatur verdickt sich die Flüssigkeit (bei Kartoffelstärke bei 62,5, bei Weizenstärke bei 67,3) und bildet dann den K., dessen Konsistenz bei 100“ noch zunimmt. Die Kleisterbildung geht vor sich durch Quellen der Stärkekörner und durch die dabei eintretende völlige Vernichtung der Struktur derselben. Der mißt, sind unter C aufzusuchen. K. enthält keine Stärke gelöst; auf Fließpapier ebracht oder durch Frostkälte kann man demben das Wasser entziehen. Die Verkleisterung l er Stärkekörner wird durch die Anwendung gerpon Wasserdämpfe befördert (darauf beruht r von Hollefreund in die Branntweinbrennerei eingeführte und von Henze wesentlich verbesserte Hochdruckapparat). Der K. wird am besten bereitet, indem man Stärkemehl (Weizen⸗, Reis-oder Mais1 mit kaltem Wasser zu einem nicht zu dicken rei anreibt, bis keine Klümpchen mehr wahrzunehmen sind, und dann siedendes Wasser in einem dünnen Strahle unter raschem Umrühren zusetzt, bis die Kleisterbildung beginnt, was man an dem Durchsichtigwerden wahrnimmt, und endlich den Rest des erforderlichen Wassers schnell zugießt. Kochen der fertigen Masse ist nachteilig und gibt einen K., der leicht abspringt. Von größerer Bindekraft als der aus Stärkemehl bereitete K. ist der aus Roggenmehl hergestellte, wovon der Grund im Klebergehalt des letztern zu suchen ist. Jedoch ist dieser K. nicht weiß, sondern grau bis graubraun. Um den K. haltbarer zu machen, löst man in dem Wasser, welches zur Kleisterbildung dient, etwas Alaun oder ein wenig Salicylsäure. Statt des Wassers kann das Anbrühen des Mehls auch mit siedendem Leimwasser geschehen, wodurch die Klebkraft des K. befördert wird. leisteraal, s. unter Aaltierchen.