FeedKnäuelwickelmaschine
TechnikBrockhaus 1882

Knäuelwickelmaschine (frz. machine à pelotes, peloteuse; engl. ball-winding machine, balling-machine), eine zur mechan. Herstellung von Garn⸗ oder Zwirnknäueln dienende Maschine. Die Bewegungsorgane derselben ahmen die Bewegung der Hand beim Knäuelwickeln nach; auch ist der mit der Maschine hergestellte Knäuel äußerlich dem von Hand gewickelten gleich, doch unterscheidet er sich von letzterm dadurch, daß das Abwickeln von innen heraus erfolgt. Das Garn wird auf einen etwa 20 mm dicken Stab gewickelt, sodaß im Innern ein Loch von dem gleichen Durchmesser entsteht. Die Abbildung zeigt eine K. für Handbetrieb. Bei der Drehung des kleinen Handrades wird durch Riemenübertragung die Bewegung des Knäuelstabes und somit die Wickelung des Knäuels bewirkt. Die Bewegung des Knäuelstabes ist eine doppelte; sie besteht einesteils in einer Drehung des Stabes um seine Achse, andererseits in einem Heben und Senken desselben. Je tiefer die Senkung des Stabes ist, desto länglicher wird die Form des Knäuels, sodaß man es in der Gewalt hat, durch Regulierung dieser Senkung entweder annähernd kreisrunde oder ovale (eiförmige) Knäuel herzustellen. Zum fabrikmäßigen Betrieb hat man K., auf denen man gleichzeitig vier und mehr Knäuel wickeln kann. Diese Maschinen werden durch motorische Kraft betrieben und sind mit einer Zählvorrichtung versehen, die bei einem bestimmten, beliebig festzustellenden Gewicht des Knäuels den Faden trennt, sodaß alle Knäuel gleichviel Garn enthalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 363Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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