Knebel (Karl Ludw. von), bekannt als Freund Goethes, geb. 30. Nov. 1744 zu Wallerstein in Franken, in Ansbach erzogen, studierte zu Halle und trat 1763 als Offizier beim Regiment des Kronprinzen von Preußen in Potsdam ein. Während seines Militärdienstes verkehrte er viel mit Ramler, Gleim, Mendelssohn, Nicolai u. a. Nach 10 Jahren nahm er seinen Abschied und übernahm in Weimar die Stelle eines Hofmeisters bei dem Prinzen Konstantin. Im Dez. 1774 begleitete er den Erbprinzen und dessen Bruder nach Paris. Auf dieser Reise besuchte er Goethe in Frankfurt und vermittelte dessen Bekanntschaft mit dem Erbprinzen Karl August. Nach seiner Rückkehr und dem frühen Tode seines Zöglings erhielt er mit dem Charakter eines Majors eine lebenslängliche Pension. Erst in seinen spätern Lebensjahren verheiratete er sich mit einer Sängerin und zog sich hierauf nach dem Bergstädtchen Ilmenau zurück, vertauschte jedoch später diesen Aufenthalt mit Jena, wo er 23. Febr. 1834 starb. Nur bedingt ist K. zu den Dichtern zu rechnen, obschon seine anonym erschienene Sammlung kleiner Gedichte (Lpz. 1815) und seine «Disticheno (Jena 1827) sich durch klassisch reine Form auszeichnen. Dagegen leistete er Vortreffliches als Übersetzer der «Elegien des Properzy (Lpz. 1798) und Meisterhaftes in seiner übertragung von des Lucretius „De rerum natura (2 Bde., Lpz. 1821; 2. Aufl. 1831). Später übersetzte er noch Alfieris Trauerspiel KSaulo (Ilmenau 1829). Den «Litterarischen Nachlaß und Briefwechsels K.s gaben Varnhagen von Ense und Th. Mundt heraus (3 Bde., Lpz. 1835; neue Aufl. 1840), wozu letzterer die Biographie K.s lieferte. Seinen höchst interessanten „Briefwechsel mit Goethev, dem er vielleicht der vertrauteste Freund war, gab Guhrauer heraus (2 Bde., Lpz. 1851).