FeedKneller (Kniller, Gottfr.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Kneller (Kniller, Gottfr.), berühmter Porträtmaler, geb. 8. Aug. 1648 zu Lübeck, war anfangs für den Militärstand bestimmt, wendete sich aber der Malerei zu, die er in Amsterdam angeblich zuerst unter Rembrandt und nachher unter Ferd. Bol studierte. Im J. 1672 begab er sich nach Italien, wo er den Unterricht Carlo Marattas benutzte und erst geschichtliche Gegenstände malte, nachher aber fast einzig Porträtmalerei trieb, die ihn in großen Ruf brachte. Nach der Rückkehr nach Deutschland lebte er in Nürnberg, München und Hamburg. Um 1676 ging er nach London, wo ihn Karl II. zum Hofmaler ernannte. Auf Ludwigs XIV. Einladung machte er 1684 eine Reise nach Paris und malte den König und die ganze königl. Familie. Das Wohlwollen, welches ihm Karl II. schenkte, genoß er auch bei Jakob II. und Wilhelm III., der ihn 1692 zum Ritter, und bei Georg J., der ihn 1715 zum Baronet unter dem Titel von Whitton ernannte. Gleichzeitige Schriftsteller behaupten, K. habe zu sehr den Originalen geschmeichelt. Seine Vorzüge sind Leichtigkeit und Anmut der tener Pertz und kräftiges Kolorit. Diejenigen seiner Porträts sind die besten, in welchen er van Dyck nachzustreben suchte. Er starb 7. Nov. 1723 in London und hinterließ ein bedeutendes Vermögen. Nach seinem Tode wurde ihm in der Westminsterabtei ein Denkmal errichtet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 364Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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