FeedKniphausen
ErdkundeBrockhaus 1882

Kniphausen, eine ehemalige freie Herrschaft innerhalb des Großherzogtums Oldenburg, bildete nebst der edeln Herrschaft Varel ein gräfl. aldenburg. Fideikommiß. Dasselbe gelangte durch Vermählung der Erbtochter des letzten Grafen von Aldenburg gegen die Mitte des 18. Jahrh. an die engl. Linie des Hauses Bentinck (s. d.) und nach Ablösung der standesherrlichen Rechte durch Patent vom 1. Aug. 1854 an den Großherzog von Oldenburg. K. bildet jetzt einen Bestandteil des oldenb. Amtes Jever im Westen der Jade und umfaßt die drei Gemeinden Sengwarden mit sieben,. Accum mit zwei und Fedderwarden mit vier Bauerschaften. In der letztern liegt 10 Km im Ostsüdosten von Jever und 7 km westlich von Heppens die Burg Kniphausen mit prächtigem Garten. Die edle Herrschaft Varel, südlich vom Jadebusen gelegen und 1314Em mit 8000 E. umfassend, ißt, sind unter C aufzusuchen. gehört gegenwärtig zu dem oldenb. Amte Varel. Die Stadt Varel, an der Preußischen Staatsbahn Oldenburg-Wilhelmshaven, 30 km nördlich von Oldenburg gelegen, zählt (1880) 4937 meist prot. E., ist Sitz eines 43 8, hat ein Schloß, eine schöne evang. Kirche vom J. 1144, eine kath. Kirche, eine Synagoge, eine Realschule, ein Waisenhaus, Baumwollspinnereien und Webereien, ein Eisenwerk, eine Eisengießerei und Walzwerk, eine Schiffswerfte und mehrere Brennereien und Brauereien. Bedeutend ist die Viehausfuhr, und in dem am Ein lebner gelegenen Hafen Vareler Siel wird ein lebhafter Schiffsverkehr betrieben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 368Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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