Knochenmehl nennt man die zu Pulver oder in gröbere Massen bis zu erbsengroßen Stücken auf besonders dazu eingerichteten Mühlen, den Knochenmühlen, zerkleinerten Knochen der Tiere. Das K. dient zur Düngung namentlich solcher Kulturpflanzen, die vielen phosphorsauren Kalks zur Ausbildung bedürfen; auch auf Wiesen zeigt es große Wirksamkeit. Am kräftigsten wirkt das aus frischen Knochen bereitete, indem hier außer den Salzen noch Stickstoffverbindungen eine düngende Wirkung äußern, am raschesten das staubfein gepulverte. Zuerst wurde es 1802 von Krupp in Solingen als Dünger angewendet. In neuerer Zeit ist das K. zum bedeutenden Handelsartikel geworden. Außer dem Mehle von rohen Knochen wird gegenwärtig auch viel von gedämpften (welche vor der Zerkleinerung zum Zwecke der Entfettung in einem Dampfapparat behandelt und nach dem Trocknen zwischen Steinen zermahlen werden) angewendet, weil dieses im Boden leichter aufgelöst wird. Die Wirkung des K. beruht neben der etwa darin befindlichen stickhoffhaltigen Substanz, hauptsächlich auf dem phosphorsauren Kalk, welcher seinen Hauptbestandteil ausmacht. Den letztern pflegt man oft aufzuschließen (d. h. auflöslicher zu machen) durch Behandlung des K. mit verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure, wodurch das Superphosphat, einer der gebräuchlichsten und seiner schnellen Wirkung wegen besonders im Frühjahr angewandten Kunstdünger der Neuzeit, erhalten wird. Auch die Knochenkohle ist ein wirkungsvolles Düngemittel.