FeedKnochenkrankheiten
HeilkundeBrockhaus 1882

Knochenkrankheiten, die Erkrankungen des Knochengewebes, verlaufen im allgemeinen wegen des langsamer vor sich gehenden Ernährungsprozesses des Knochens auch weit langsamer als die Krankheiten anderer Gewebe, sind aber um so gefährlicher, wenn sie die Nähe der Gelenke betreffen: sie beschränken wenigstens die Gebrauchsfähigkeit des erkrankten Gliedes und führen in vernachlässigten Fällen nicht selten durch langwierige Säfte⸗⸗ verluste, durch Eiter⸗ und Jauchevergiftung, sowie durch speckige oder amyloide Entartung innerer wichtiger Organe zu schwerem Siechtum oder selbst zum Tode. Während des ersten Kindesalters, in welchem die Knochen infolge der Wachstumsvorgänge blutreicher, saftiger und weicher sind, kommen K., namentlich skrofulöse und rhachitische, häufig vor; in den spätern Lebensaltern geben insbesondere die Syphilis und die Tuberkulose Anlaß zu oft langwierigen und entstellenden Knochenaffektionen. Zu den wichtigsten K. gehören: die Eiterungen, Absceßbildung und Verdickung des Knochens führt; die Entzündung des ganzen Kno-d chens (s. Ostitis) und des Knochenmarks (s. Osteo-t myelitis), welche sehr oft Knochenbrand und d Knochenfraß (s. d.) zur Folge haben; die Englische e Krankheit (s. d.). oder Rhachitis; die Knochenerweichung, eine bei Schwangern und Wöchnerinnen vorkommende, äußerst merkwürdige Krankheit (s. Osteomalacie); die hnocheuverhärtuma (osteosclerosis), bei welcher der Knochen elfenbeinartig hart wird; Neubildungen in den Knochen, wie die Knochengeschwulst (s. Exostose), der Knochenkrebs u. a.; endlich die Knochenbrüche (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 374Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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