FeedGümbel (Karl Wilh. von)
NaturlehreBrockhaus 1882

Gümbel (Karl Wilh. von), hervorragender Geolog, geb. 11. Febr. 1823 Dannenfels am Donnersberg in der Rheinpfalz, besuchte das Gymnasium zu Zweibrücken, widmete sich in München und Heidelberg dem Studium des Bergfachs, trat 1848 auf den Steinkohlenwerken zu St. Ingbert in der Pfalz in den praktischen Montandienst und wurde später mit den Dienstleistungen eines Markscheiders betraut. Seine erste litterarische Arbeit betraf die geolog. Verhältnisse des Donnersbergs. Im J. 1851 zur Leitung der geognost. Landesaufnahme nach München berufen, rückte G. 1879 zum Vorstand der obersten Bergbehörde in Bayern mit dem Titel Oberbergdirektor auf. Auch wirkt G. als Honorarprofessor an der münchener Universität und als Lehrer an der technischen Hochschule. Im J.1882 wurde er — Verleihung des Verdienstordens der Bayrischen Krone in den Adelsstand erhoben. Nach ihm als Entdecker wurde von Kobell ein Mineral Gümbelit genannt, und eine unter den Versteinerungen vorkommende, zu den Daktyloporen gehörige Koralline trägt von G. den Namen Guembelina. Von der unter seiner Leitung stehenden „Geognostischen Beschreibung des Königreichs Bayern sind bis jetzt drei Bände, enthaltend das bayr. Alpengebirge und sein Vorland, das ostbayr. Grenzgebirge und das Fichtelgebirge mit dem Frankenlande (Gotha 1861—79) erschienen. Ferner lieferte er die geolog. Abteilung des großen Sammelwerks (Bavaria v und veröffentlichte zahlreiche Untersuchungen in den (Abhandlungen der Bayrischen Akademie der Wissenschaftenv, deren Mitglied er ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 616Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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