FeedKögel (Rudolf)
ReligionBrockhaus 1882

Kögel (Rudolf), hervorragender Kanzelredner, geb. 18. Febr. 1829 zu Birnbaum in Posen, besuchte die lat. Schule zu Halle, seit 1847 die Universitäten Halle und Berlin, ward 1852 Religionslehrer am Vitzthumschen Gymnasium zu Dresden, 1854 Seminarlehrer in Berlin, in demselben Jahre Prediger in Nakel bei Bromberg, 1857 Prediger an der deutschen Gemeinde im Haag,‚, 1863 Hof⸗ und Domprediger in Berlin, 1864 Oberkonsistorialrat und vortragender Rat im Kultusministerium, 1873 königl. Schloßprediger und Ephorus des Domkandidatenstifts, 1878 Mitglied des Oberkirchenrats, 1879 Generalsuperintendent der Kurmark, 1880 Oberhofprediger, 1884 Mitglied des ißt, sind unter C aufzusuchen. Staatsrats. K. gehört zu den Führern der Partei der positiven Union und übt keils amtlich, teils durch seine persönliche Vertrauensstellung zum Kaiser auf die Leitung der kirchlichen Angelegenheiten Preußens einen weitgehenden Einfluß aus. Von seinen Schriften, meist Predigten, ar euste Betef reden u. dgl. sind zu erwähnen: «Der erste Brief Petri in Predigten ausgelegto (Mainz 1863; 2. Aufl., Berl. 1872), (Die Seligpreisungen der Bergpredigto (Berl. 1869; 2. Aufl. 1874), Das Vaterunser in Predigteno (Berl. 1873; 2. Aufl., Brem. 1881), „Aus dem Vorhof ins Heiligtump (2 Bde., Brem. 1875—76, 2. Aufl. 187880), «Der Brief Pauli an die Römer in Predigten ausgelegtv (Brem. 1876; 2. Aufl. 1883) u. s. w. Seit 1880 gibt K. mit W. Baur und E. Frommel das poetische Jahrbuch Neue Christoterpe heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 394Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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