Köstlin (Jul.), namhafter prot. Theolog, geb. 17. Mai 1826 in Stuttgart, studierte in Tubingen und Berlin und wurde 1850 zum Stadtvikar in Stuttgart ernannt, doch ging er noch im Herbst desselben Jahres als Repetent wieder nach Tübingen. Im J. 1855 wurde er als außerord. Professor und zweiter Universitätsprediger nach Göttingen berufen, von wo er 1860 als ord. Professor nach Breslau übersiedelte. Im J. 1867 wurde er Mitglied des schles. Konsistoriums und kam 1870 als Professor nach Halle a. S. Seine Hauptschriften sind: „Die schott. Kirches (Hamb. u. Gotha 1852), 4 Luthers Lehre von der Kirche » (Stuttg. 1853), «Das Wesen der Kirchey (Stuttg. 1854; umgearbeitete Aufl., Gotha 1872), Der Glaube, sein Wesen, Grund und Gegenstand» (Gotha 1859), das verdienstvolle Buch über Luthers Theologie⸗ (2Bde., Stuttg. 1863) und die Biographie Luthers: „Martin Luther, sein Leben und seine Schriften⸗ (2 Bde., Elberf. 1875: 3. Aufl. 1883). Seiner Richtung nach gehört K. der sog. Vermittelungstheologie an. Seit 1873 redigiert er mit Riehm die 4Theol. Studien und Kritikenv. Mit Beyschlag schrieb er (Die außerordentlichen Generalsynoden der evang; Landeskircher (Halle 1876).