Kongregationen heißen ferner die Abteilungen des Kardinalkollegiums zu Rom, welche vom Papst mit der Leitung einzelner Zweige der kirchlichen Verwaltung beauftragt sind. Sie zerfallen: 1) in ordentliche (bleibende) Kongregationen (Congregationes ordinariae) für die laufenden Geschäfte der allgemeinen Kirche; 2) in außerordentliche (Congregationes extraordinariae) für einzelne besondere Fälle. Hierher gehören die Congregatio sancti officii oder inquisitionis, aus 12 Kardinälen und mehrern nur beratenden Beisitzern (Consultorxes sancti officii oder qualificatores sancti officii) zusammengesetzt, zur Untersuchung von Ketzereien, wöchentlich zweimal unter dem Vorsitze des Papstes versammelt; die Congréegatio indicis für die Büchercensur und für die Anfertigung des Index librorum prohibitorum; die Congregatio de propaganda fide für das Missionswesen; die Congregatio concilii Tridentinä interpretum zur Auslegung und Vollziehung des Tridentiner Konzils; die Congregatio super negotiis episcoporum oder regularium oder occupatissima, d. i. die beschäftigtste, für die Angelegenheiten der Bischöfe, Ordensgeistlichen, Abte, bestehend aus mindestens 12 Kardinälen, alle Wochen einmal versammelt; die Congréegatio indulgentiarum et sacrarum reliquiarum für Ablaß⸗ und Reliquienangelegenheiten; die Congregatio super statu regularium und die Congregatio super disciplina regulari, beide für Klosterwesen; die Congregatio sacrorum rituum für Kultussachen; die Congregatio jurisdictionis et immunitatis ecclesiasticae zum Schutz der kirchlichen Freiheiten und Rechte gegenüber der Staatsgewalt; die Congregatio consistorialis, die die Verhandlungen in den päpstl. Konsistorien vorbereitet.