Königshütte, Stadt im Kreise Beuthen des Regierungsbezirks Oppeln der preuß. Provinz Schlesien, erst 1869 durch Zusammenlegung der Gemeinden K., Erdmannswille, Charlottenhof, Pniacki und Theilen von Ober⸗ und Mittel⸗ Lagiewnik, Nieder-Heiduck und Chorzow gebildet, Station mißt, sind unter C aufzusuchen. der Linien Gleiwitz-Schwientochlowitz und Breslau-Dzieditz der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts und einer Berginspektion, hat ein Gymnasium und zählt (1880) 27 522 meist kath. E. (1871 erst 19536), welche meist im Betriebe des Hüttenwerks K. und des fiskalischen Steinkohlenbergwerks Königsgrube ihren Unterhalt finden. Das Hüttenwerk Königshütte, 1797 gegründet, seit 1871 in dem Besitz einer Aktiengesellschaft, besteht aus einer Hohofenanlage mit 7 Hohöfen, einer Extraktionsanstalt zur Entkupferung von Kiesabbränden, 3 geschlossenen und 2 Meiler-Coksofenanlagen, einer Eisen⸗ und Metallgießerei, einem Puddlings⸗, einem Eisen⸗ und einem Stahlwalzwerk, sowie einem Walzwerk für Eisenbahnrad⸗-Bandagen mit 43 Puddelöfen und 49 Schweißöfen, einer Bessemer-Stahlanlage, einer Anlage zur Erzeugung von Martinstahl, einer Räderfabrik, einer Reparaturwerkstatt, einer Schmiede, einer Gasanstalt, einer Fabrik für feuerfeste Ziegel, einer Zinkhütte und der Gräfin-Laura-Steinkohlengrube. Das Werk produzierte vom 1. Juli 1883 bis dahin 1884: 76 859 900 kg Roheisen, 72450 kg silberhaltiges Blei, 69 974 kg Cementkupfer, 127278350 kg Coks, 3 675 330 kg Eisengußwaren, 2085 550 Kkg Reineisen, 19250 kg Metallgußwaren, 44985200kg Rohschienen, 27006 600 kg Handelseisen, 2758 155 kg Fagon⸗ und Modelleisen, 6664 792 kg Eisenblech, 2996330 kg Handelsstahl, 3583308 kg Façon⸗ und Modellstahl, 18 764400 kg Stahlschienen, 407000 kg Stahlblech, 558 100 kg Stahlbandagen, 32 499300 kg Ingots Bessemer⸗ und Martinstahl, 1107 640 cbm Leuchtgas, 1087249 kg Rohzink, 4 346 552 kg Chamotteziegeln, 672 293 500 Kkg Kohlen aller Art.