Königsee, Stadt im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, Oberherrschaft, an der Rinne, Sitz eines Landratsamts und eines Amtsgerichts, hat eine große Farben⸗ und Bleiweißfabrik, Eisengießerei und Maschinenfabrik, Schlauchfabrik, Dampfschneidemühlen, Gipsbrüche und Gipsmühlen, Kunstfärberei mit Dampfbetrieb, Oblatenfabrik, Stroh- und Puppenhutfabrik, bedeutende Dampfbierbrauerei, große Gerbereien und schwunghafte Fabrikation von Schuhwaren aller Art. Im städtischen (3000 Morgen großen) Walde wird vorzüglicher Porzellansand gewonnen. K. zählt (1880) 2640 E., hat ein altes schönes Rathaus und eine schöne neue Kirche im got. Stil. Früher wurde bei K. Bergbau auf Kobalt und Kupfer getrieben, auch erhielten hier die in der Umgegend zahlreich wohnenden Händler mit Medikamenten, Tinkturen (die sog. Balsamträger, welche ganz Deutschland bereisten) die Gewerbescheine ausgestellt, weshalb man diese Heilmittel Königseer Waren nannte; sie werden noch fabriziert, der Vertrieb ist aber in den meisten deutschen Staaten verboten.