FeedKonsonant
MusikBrockhaus 1882

Konsonant (lat., amittönendo, daher auch »Mitlautere, so benannt als Begleiter der eigentlichen tönenden Laute der Worte, der Vokale) heißt ein Sprachlaut, der in Verbindung mit einem Vokal eine Silbe bilden kann, d. h. also von den im deutschen Alphabet bezeichneten Lauten alle außer a, e. i, o, u, à, 6, ü und deren Verbindungen zu Diphthongen bez u. s. w.). Von den K. sind als besondere Klasse zu betrachten: n, m, I, r, da sie sowohl Vokale sein können, d. h. selbständig eine Silbe zu bilden vermögen, als auch K., d. h. mit einem Vokal zusammen eine Silbe bilden, z. B. in der gewöhnlichen deutschen Aussprache von ahandelno, „(Vaters wird das e in der letzten Silbe nicht gesprochen, sondern nur «ahandlu, „Vatro, wo e und er die Silbenvokale bilden (in andern Sprachen sind r und 1 als Vokale häufig, z. B. böhmisch krlic, Hals, vlk, Wolf, und es ist eine mißverständliche Anschauung, daß solche Worte gar keinen Vokal enthielten). Nennt man n, m, I, T, weil sie selbsttönend sein können, Sonanten, so zerfällt die ganze Reihe der gewöhnlich sogenannten K. in Sonanten und in K. im engern Sinne (Geräuschlaute), erstere werden eingeteilt in Nasale (u, m) und Liquide (I, r), letztere nach drei verschiedenen Gesichtspunkten: 1) In momentane (explosive oder Verschlußlaute) und Dauerlaute (Spiranten), von denen erstere nur die Zeit der Schließung und Offnung der betreffenden Mundorgane in Anspruch nehmen, z. B. p, letztere so lange fortgesetzt werden können, als der Atemstrom aushält, z. B. s; 2) in tonlose (stumme) und tönende, letztere sind solche K., nißt, sind unter C aufzusuchen. bei deren Bildung die Stimmbänder des Kehlkopfs einander so weit genähert sind, daß ein Mittönen der Stimme erfolgt, es sind die in der Grammatik mediae genannten, während die erstern keinen Stimmton besitzen, tenues; 3) nach den Organen, die bei ihrer Hervorbringung hauptsächlich thätig sind, in Lippen⸗, Zahn⸗, Gaumenlaute u. s. w. Manche Sprachen besitzen sog. aspirierte K. (aspiratae), d. h. konsonantische Laute mit nachstürzendem Hauch: kh, ph, th (das griech. waren ursprünglich solche Laute), in der gewöhnlichen deutschen Aussprache werden Kk. t, penamentlich im Anfang der Worte so gesprochen; die Aspiraten können sowohl tonlos (stumm) wie tönend sein (z. B. im Sanskrit stehen nebeneinander Kh und gh, th und dh). Danach würden die im deutschen Alphabet ausgedrückten K. zerfallen in: I. Sonanten: a) Liquide r, 1; b) Nasale n, m; II. K. (Geräuschlaute): 1) momentane (Explosivlaute): a) Gutturale, stumm k, tönend g; b) Dentale, stumm t, tönend d; c) Labiale, stumm p, tönend b; 2) Dauerlaute (Spiranten): a) Gutturale, h, ch stumm (letzteres ist ein einfacher K., obwohl mit zwei Zeichen geschrieben); b) Dentale, s und 5, ersteres sowohl stumm gesprochen (3. B. am Ende der Worte), als auch tönend - franz. 2 (3. B. zwischen Vokalen), letzteres stumm; 4) Labiale, f stumm (als bloße orthographische Variation von tebenso), witönend; dazu kommt d) ein palataler Spirant, j. Die noch übrigen Konsonantenzeichen sind entweder einfache Zeichen für Doppellaute: (wenn wie 2 lautend) = ts, X = kKs, 2 = ts, oder fremde Zeichen, die im deutschen Alphabet zugleich schon einen andern Ausdruck haben: 6, wenn wie k lautend.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 487Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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