FeedKöprili oder Kiuperli (Mehemed)
GeschichteBrockhaus 1882

Köprili oder Kiuperli (Mehemed), osman. Großvezier, w1656—61, der Enkel eines nach Kleinasien ausgewanderten Albanesen, geb. 1585 zu Köpri in Kleinasien, schwang sich vom Küchenjungen im Serail bis zum Oberstallmeister des Großveziers Kara-Mustapha auf, wurde dann Statthalter in Damascus und 15. Sept. 1656 Großvezier. Nachdem er die Ruhe im Innern mit der furchtbarsten 9½½5 wiederhergestellt, führte er in Person Heer und Flotte gegen Venedig, eroberte Tenedos und Lemnos, zog nach Siebenbürgen und dämpfte den Aufruhr in Asien und Agypten. Er stellte die Kriegszucht wieder her, demütigte die Janitscharen, deckte die Grenzen des Reichs durch neue Bollwerke und die Dardanellen durch die neuen Schlösser und füllte den Reichsschatz durch Ordnung und Konfislationen. Er starb 31. Okt. 1661 zu Adrianopel. Achmed K., Sohn des vorigen, geb. 1626, der Nachfolger des Vaters als Großvezier, war wissenschaftlich gebildet, mild und gerecht, staatsklug und siegreich in den ungar., kretischen und poln. Kriegen durch die Eroberung von nrnieeh Candia und Kaminiee, verlor aber später die Schlacht bei St. Gotthard gegen Montecuculi 22. Juli 1664 und die bei 5 . 11. Nov. 1673 gegen Johann III. Sobieski. K. starb 30. Okt. 1676 auf der Reise ins .* bei Adrianopel. eustapha K., Bruder des vorigen, wurde 1689 von Soliman III. zum Großvezier ernannt. Gebildet, streng in Sitten und Grundsätzen und staatsklug, stellte er die im Reich erschütterte Ordnung wieder her; doch war er kein Feldherr. Er fiel in der Schlacht bei Szalankemen 19. Aug. 1691.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 524Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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