Köslin oder Cöslin, Hauptstadt des gleichnamigen Kreises und Regierungsbezirks in der preuß. Provinz Pommern, liegt am Mühlenbach, Ikm von der Ostsee entfernt, Station der Linie Berlin-Danzig der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz der Regierung und eines Land⸗ und Amtsgerichts, sowie eines Landratsamts, einer Oberpostdirektion und einer Reichsbank-Kommandite und zählt (1880) 16 834 E. Die Stadt hat vier Kirchen, zwei höhere Töchterschulen und eine Taubstummenanstalt. Auf dem großen Marktplatze steht die 1724 von den pommerschen Ständen errichtete Bildsäule Friedrich Wilhelms I., der nach dem großen Brande von 1718 die Stadt wieder aufbaute, auf dem Friedrich-Wilhelmsplatz ein Kriegerdenkmal. Die ehemaligen Festungswerke sind in Gärten und Promenaden verwandelt. An höhern Unterrichtsanstalten hat K. ein Gymnasium und ein Schullehrerseminar. Von größern industriellen Etablissements bestehen drei Eisengießereien, eine Papier⸗, sieben Ziegel⸗ und zwei Mineralwasserfabriken. Auch der Handel mit Fischen und Gänsen, sowie die künstliche Fischzucht sind beträchtlich. Der bei der Stadt liegende, 144 m hohe, mit Nadel⸗ und Laubholz bewaldete Gollenberg, dessen einer Teil, der Fahnenberg, früher ein vielbesuchter Wallfahrtsort war, trägt seit 1829 ein Kreuz, das den im Befreiungskampfe 1813—15 gefallenen Kriegern Hinterpommerns gewidmet ist. Der Regierungsbezirk Köslin hat ein Areal von 14024 qm, zählt (1880) 586 115 C. und zerfällt in 12 Kreise: K., Kolberg-⸗Körlin, Bublitz, Belgard, Neu-Stettin, Rummelsburg, Schlawe, Stolp, Lauenburg, Bütow, Schievelbein und Dramburg. zt, sind unter E aufzusuchen. Der Kreis Köslin zählt (1880) auf 748 akm 46 390 E.