Kratinos, berühmter griech. Lustspieldichter, um 520—423 v. Chr., war nebst seinen jüngern Zeitgenossen, den Athenern Eupolis und Aristophanes, der bedeutendste Vertreter der ältern attischen Komödie und mit Krates der Schöpfer derselben als einer attischen Kunst. Er war ein urkräftiger Geist von ungebundenem Sinn und unerschöpflicher Laune, und machte die Gebrechen des privaten wie des öffentlichen Lebens zum Gegenstande des Spottes, wobei selbst Männer wie Perikles nicht verschont blieben. Von seinen 21 Lustspielen, die ihm neunmal den Sieg verschafften, sind nur noch Bruchmstücke übrig, welche namentlich Meineke in den Fragmenta comicorum Graecorumo (Bd. 2, Berl. 1840, 2. kleinere Ausg. 1847) und Kock in Comi-⸗ corum Atticorum Fragmentap (Bd. 1, Lpz. 1880) zusammengestellt haben. Der jüngere Kratinos, von dem die Alten ebenfalls mehrere Stücke anführen, lebte in der 2. Hälfte des 4. Jahrh. v. Chr. und gehört der sog. mittlern Komödie an. Seine Fragmente stehen ebenfalls in der Ausgabe von Meineke.