Kreideformation oder Cretacéische Formation nennt man nach dem auf sie beschränkten Auftreten der Schreibkreide (s. Kreide) den sehr mannigfach zusammengesetzten obersten Schichtenkomplex der mesozoischen Formationsgruppe. (S. Formation und Geognosie.) An seinem Aufbau nehmen in der einen Gegend namentlich Grünsande und Schreibkreide, in der andern Kalksteine, Mergel und plastische Thone, in noch andern Gebieten (sächs.⸗böhm. Schweiz) fast ausschließlich Quadersandsteine teil. Aus letzterm Grunde hat man sie auch wohl Quaderformation genannt. Bei einer derartigen so außerordentlich schwankenden und wechselvollen petrographischen Zusammensetzung liegt das Bezeichnende auch für diese Formation in den organischen Resten, welche sie in roßer Fülle einschließt. Besonders charakteristisch r sie ist das Vorkommen der ersten Laubhölzer (z. B. Credneria, Salix, Acer, Ficus), ferner die formenreiche Entwickelung der Seeschwämme, so- wie der Seeigel, Austern und der sog. Krüppelformen der Ammoneen (3z. B. Crioceras, Scaphites, Baculites, Turrilites). Ganz auf die K. beschränkt ist das Vorkommen der Hippuriten und der meisten Inoceramen. Gleichzeitig erscheinen die ersten echten Knochenfische, die in der Jetztwelt unter den Fischen dominieren. Die Reptilien sind namentlich durch den schlangenartigen Mosasaurus und Iguanodon, in Nordamerika durch riesige Arten von Dinosauriern vertreten; dort kommen Skelette von Vögeln vor, welche Zähne in den Kiefern tragen und deshalb Adontornithen genannt werden.