Kreide ist ein erdiger und milder, abfärbender, im reinsten Zustande ganz weißer Kalkstein, welcher in seinen kleinsten Teilchen, wie zuerst Ehrenberg nachwies, aus mikroskopischen Kügelchen und elliptischen Scheibchen von kohlensaurem Kalk und aus Schalen von Foraminiferen besteht. Doch ist dieser lohlensaure Kalk nicht, wie früher angenommen, amorph, sondern krystallinisch, wie die Untersuchung von Kreidestaub in polarisiertem Licht erweist. Der Name K. kommt wahrscheinlich von der Insel Kreta her, welche sie in großer Menge und von besonderer Güte liefert. Sie ist in England, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, Dänemark und andern Ländern sehr verbreitet und bildet oft ganze Bergreihen, wie in England, oder schroffe Felsen, wie auf Rügen. Dunkelgefärbte Feuersteine sind gewöhnlich in zerstreuten Knollen oder in Lagern in der K. eingebettet. Vielfach enthält die K. thonige Teilchen in sich (mergelige K.) oder grünliche Körnchen von Glaukonit. Man gebrauchtsie zum Kalkbrennen, zum Schreiben, mit Leim vermischt als Meral und zum Polieren des Silbers und anderer Metalle; ferner zur Verfertigung des Spiegelglases, des Réaumurschen Porzellans, der Schmelztiegel, als Grundlage auf Holz bei Vergoldungen, als Düngemittel auf thonigen Ackern, in der Chemie zur Entwickelung der Kohlensäure u. s. w. Die meiste K. für den Handel liefern England und Dänemark. Die weiße K. ist nur in Ablagerungen einer bestimmten geolog. Periode bekannt. (S. Kreideformation.) Vgl. Zittel, Die K.v» (Berl. 18760. ö