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ErdkundeBrockhaus 1882

Kremsmünster, Marktflecken in Oberösterreich, Bezirkshauptmannschaft Steyr, an dem Kremsflusse und an der Kremsthalbahn gelegen, zählt (1880) 1030, mit Umgebung 4298 E., hat ein Bezirtsgericht, Steueramt, eine Papiermühle (die älteste des Landes) und eine Chokoladenfabrik, Brauereien und bedeutende Viehmärkte, ist aber hauptsächlich wegen seiner reichen Benediktinerabtei berühmt, zu welcher 25 Pfarreien gehören. Dieselbe wurde 777 vom Herzog Thassilo II. von Bayern gegründet und umfaßt in ihren weitläufigen Gebäuden außer der Stifts⸗ und zugleich Pfarrkirche die geistliche Schatkammer mit dem Thassilokelch (genannt Stifterbecher), ein Obergymnasium, ein Konvikt, eine Bibliothek von 70000 Bänden, ein Naturalien⸗, Antiken⸗ und ein Kabinett physik. bendlche . Auch ist hierher die früher in Linz befindliche Nordische Stiftung verlegt, welche Stipendien an kath. Knaben aus Skandinavien vergibt. Sehenswert sind besonders die Stiftskirche mit schönen Gemälden, die in acht Stockwerke geteilte Sternwarte, die sog. Sommerabtei und ein 200 m langer Fischweiher. Im Speisesaal befinden sich die Porträts aller Kaiser aus dem habsburgischen Hause.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 598Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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