Kröten (Bufones), eine Familie der Froschlurche, die sich von den Fröschen unterscheidet durch gänzlichen Mangel von Zähnen in beiden Kiefern und meist auch im Gaumen, den dicken, warzigen Körper, kürzere Hinterfüße, die nur zum Kriechen, kaum zum Springen dienen, und durch große längliche mißt, sind unter C aufzusuchen. Drüsen an jeder Seite des Kopfes, welche eine milchige, nach neuern Versuchen giftige Feuchtigkeit ausschwitzen. Die Zunge ist oft angewachsen. Von den in Europa vorkommenden Arten ist die größte und bekannteste die gemeine Kröte (Bufo cinereus), auch Lork oder Feldkröte genannt, welche, durch häßliche Gestalt, unangenehme Färbung und widrige Ausdünstung gleich abschreckend, allgemein verabscheut wird. Sie ist unbeholfen, 810 em lang, grau, braungrau oder grünlich, braun gefleckt und unten weißlich, mit linsenförmigen, etwas größern Warzen besetzt und hat wulstige Augenlider und große, nierenförmige Ohrendrüsen. Sie lebt einsam im Dunkeln, in alten Gartenmauern, Kellerwinkeln und sonst an schmutzigen Orten das Wasser aber meidet sie, denn sie schwimmt sehr schlecht. Dem Verfolger spritzt das übrigens wehrlose Tier eine Flüssigkeit entgegen, welche, durchaus unschädlich, nur der wässerige Harn ist. Ihr eigentliches Verteidigungsmittel ist aber der scharfe Saft, den sie aus den Poren ihrer häßlichen Haut hervortreibt, wenn sie ergriffen wird, und der an den mit seiner Haut überzogenen Stellen des Körpers durch seine Schärfe Entzündung erregt, weshalb auch Hunde eine gepackte K. sogleich wieder fallen lassen und längere Zeit schäumen. So häßlich die K. ist, so schön sind ihre Augen, die eine feuerfarbige Iris besitzen und wie Edelsteine glänzen. Sie ist der Zähmung fähig, wie mehrere Beispiele bewiesen haben. Daß sie Jahrhunderte, ja wohl gar Jahrtausende in festen Felsen eingeschlossen leben könne, ist eine lächerliche Fabel; in Höhlen aber, in welche durch eine wenn auch nur kleine Offnung hinreichende Luft, Feuchtigkeit und vielleicht auch kleine nsekten eindringen können, kann eine K. viele Jahre leben. Durch Vertilgung einer Menge von Gartenschnecken, Insekten, Raupen u. dgl. nützt die K. und wird deshalb jetzt von einsichtigen Gärtnern gehegt. Die aus den im Wasser in Schnüren abgesetzten CEiern hervorkommenden Kaulquappen brauchen gegen acht Wochen, um alle Verwandlungsstufen zu durchlaufen. Die dann ausgebildeten jungen K. scheinen anfangs noch zusammenzuhalten und kommen nach einem warmen Regen scharenweise zum Vorschein, wodurch die Fabel vom Krötenregen entstanden ist. Die andere in Curopa einheimische Art ist die Kreuzkröte oder Rohrkröte (Buto calamita), von der Größe des braunen Frosches, olivenbraun mit schmutzig-rotgelben Warzen und mit einem gelben Rückenstreifen gezeichnet. Sie kann schnell laufen und mittels zweier knochiger Knötchen an der Unterseite der Vorderpfoten an den Wänden hinaufklettern. Sie findet sich nicht selten in Kellern, altem Gemäuer und hält sich zur Laichzeit in dem Rohre flacher Teiche auf. Das Männchen, welches einen ausdehnbaren Kehlsack besitzt, schreit fast wie ein Laubfrosch. Diese K. verbreitet einen höchst widrigen Geruch durch den aus den Hautdrüsen reichlich herausdringenden Saft. Einige bei uns vorkommende Lurche, die man gewöhnlich K. zu nennen pilegt wegen ihrer warzigen Haut, gehören vielmehr der Zähne wegen zu den Fröschen (s. d.) und bilden besondere Gattungen, wie die Geburtshelferkröte (Klytes), die Knoblauchskröte oder der Krötenfrosch (Pelobates) und die Feuerkröte oder Unke (s. d.). Auch die Pipa (s. d. oder surinamische Wabenkröte ist keine Kröte, bildet vielmehr eine eigene Familie der Frösche.