Krotoschin (poln. Krotoszyn), Kreisstadt im reuß. Regierungsbezirk und 90 kmim SSO. von osen, 7 km von der schles. Grenze und an der Linie Ols-Gnesen der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Landratsamts, eines Amtsgerichts und einer Reichsbanknebenstelle, hat eine evang. und zwei kath. Kirchen, eine Synagoge, ein Gymnasium, eine höhere Töchterschule und zählt (1886) 8289 E., worunter 2900 Polen. Die Stadt ist der Hauptsitz des Mediat-Fürstentums Krotoschin, welches dem Fürsten Thurn und Taxis 1819 von Preußen für die Abtretung des Reichspostmonopols in den am rechten Rheinufer neuerworbenen Landen überlassen wurde. Es besteht aus den Domänenämtern Adelnau, Orpiszewo und Rozdrazewo und wurde 1849 mit den Rechten der freien schles. Standesherrschaften ausgestattet. Der Kreis Krotoschin zählt auf 954 qm (1880) 70427 meist kath.