Kruse (Heinr.), Dichter und Publizist, geb. 15. Dez. 1815 zu Stralsund, studierte 1833 — 37 in Bonn und Berlin Philologie, lebte 1837 — 44 rin in. im Auslande, hauptsächlich in Engand, war 1844—47 Gymnasiallehrer in Minden, 1847—48 Mitredacteur der Kölnischen Zeitungo, 1848—49 Redacteur der Deutschen Zeitungo in Frankfurt a. M., 1849 Mitredacteur, seit 1855 Chefredacteur der Kölnischen Zeitungo, lebte seit 1872 als Vertreter des Blattes in Berlin, zog sich aber 1884 nach Bückeburg zurück. Nachdem früher kleine poetische Arbeiten, Seegeschichten (gesammelt Stuttg. 1880) u. s. w. von ihm erschienen und beifällig aufgenommen waren, machte er sich später als dramatischer Dichter einen Namen. Seinem, mit einem Schillerpreis gekrönten Erstlingsdrama „Die Gräfin » (Lpz. 1868; 4. Aufl. 1873) folgte 1870 «Wullenweverv (3. Aufl. 1878), 1870 König Erich (2. Aufl. 1873), 1872 Moritz von Sachsen 5, 1874 (Brutuso (2. Aufl. 1882), 1876 „Marino Falierov, 1877 „Das Mädchen von Byzanzy, 1878 Rosamundey, 1879 «Der Verbanntey (2. Aufl. 1881), 1880 Raven Barnekow», 1881 „Witzlav von Rügen», 1882 «Alexei v. K.s dramatische Vorzüge bestehen in einem knappen, kernigen Dialog und einer meist scharf ausgeprägten Charakteristik der Personen. Gegenüber den auf möglichste Beschränkung des Scenenwechsels gerichteten Bestrebungen vertritt K. dessen Berechtigung.