FeedKrystallwasser ist das Wasser
NaturlehreBrockhaus 1882

Krystallwasser ist das Wasser, welches in vielen festen Körpern, durch Molekularattraktion gebunden, bei der Krystallisation den krystallisierenden Körper begleitet und mit ihm zusammen in bestimmten Mengenverhältnissen im starren Zustande abgeschieden wird. Wenn es auch vorzugsweise Salze sind, welche K.enthalten, so gibt es doch noch vielfach andere Verbindungen, welche ebenfalls beim Krystallisieren Wasser aufnehmen, so gewisse Zuckerarten, Milchzucker, Dextrose und Alkaloide. Die Menge des K. ist bei den einzelnen Körpern sehr verschieden; so kommen auf 1 Molekül der wasserfreien Substanz beim Alaun 24 Moleküle, beim Natriumcarbonat, sulfat, beim Borax je 10 Moleküle, beim Magnesium⸗, Eisen⸗, Zinksulfat je 7 Moleküle, beim Calcium⸗ und Magnesiumchlorid je 6 Moleküle, beim Kupfervitriol 5 Moleküle, beim Gips 2 Moleküle, beim Trauben-und Milchzucker je 1 Molekül K. Das K. ist sehr verschieden fest gebunden, manche Salze geben dasselbe schon bei gewöhnlicher Temperatur ab und zerfallen oder verwittern dabei zu einem Aggregat mißt, sind unter C aufzusuchen. kleiner Krystalle von anderer Form; andere erfordern eine Erhitzung auf 100 Grad oder mehr; einzelne lassen sich nur durch Glühhitze ganz von Wasser befreien. Die Sulfate der Magnesiumgruppe geben z. B. 6 Moleküle Wasser verhältnismäßig leicht ab, während sie das siebente sehr fest gebunden enthalten. Dagegen tauschen sie gerade dieses Wassermolekül in Lösungen leicht gegen Salze aus, und es krystallisieren dann Doppelsalze, z. B. Magnesium-Kaliumsulfat mit 6 Molekülen Wasser. Wegen der Vertretbarkeit durch Salze hat man dieses Wassermolekül als Halhydratwasser bezeichnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 647Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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