FeedKufstein
ErdkundeBrockhaus 1882

Kufstein, Stadt und ehemalige Festung in Tirol, 75,86 km nordöstlich von Innsbruck, in malerischer Gegend am Inn, nahe der bayr. Grenze, an der Osterreichischen Südbahn und der bayr. Staatsbahn Rosenheim-K. gelegen. Die Stadt ist der Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts und zählt (1880) 3526 E. Bei K. wird der beste hydraulische Kalk- und Portlandcement erzeugt, der weithin versandt wird. Dicht über der Stadt erhebt sich am rechten Innufer auf schroffem Felsen die alte Bergfestung Geroldseck, welche meistens in Stein gehauene Werke und nur einen Zugang hat, als österr. Staatsgefängnis bekannt geworden ist und jetzt als Kaserne benutzt wird; auf dem linken Innufer wurden neue Festungstürme (Franz-Josephs-Türme) errichtet, welche aber wieder abgetragen worden sind. Die Festung wurde 1367 von den Bayern, 1504 von Kaiser Maximilian I. erobert, 1703 an die Bayern übergeben, die sie erst nach der Schlacht bei Höchstädt räumten, tim 1805 mit Tirol an die Bayern und erst 1814 wieder an Osterreich. Nahe bei K. ist in schöner Lage der Bade⸗ und Luftkurort Kienbergklamm.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 652Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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