Kühner (Rafael), ausgezeichneter Philolog und Schulmann, geb. 22. März 1802 zu Gotha, wo sein Vater Johann Christian K. (geb. 1. Juni 1774, beht 23. Jan. 1852) als Professor der freien Künste ebte, besuchte das Gymnasium daselbst und widmete sich in Göttingen philol. Studien. Nachdem er 1825 eine Lehrerstelle am Lyceum zu Hannover angetreten, waren seine wissenschaftlichen Studien namentlich auf griech. Sprachlehre und Cicero gerichtet, aus denen eine Ausgabe von Ciceros Tusculanen» (Jena 1829; 5. Aufl. 1874, kleinere Ausgabe, Jena 1847), sowie der «Versuch einer neuen Anordnung der griech. Syntaxv (Hannov. 1829) hervorgingen. Letztere Schrift, sowie die neue Anordnung der 4«Sämtlichen Anomalien des riech. Verbumsv (Hannov. 1831) bildeten die Voräufer seiner „Ausführlichen Grammatik der griech. Sprache (2 Bde., Hannov. 1834—35; 2. Aufl. 1869 —72), welche dadurch, daß sie in der Formenlehre zuerst die vergleichende Sprachkunde, namentlich das Sanskrit berücksichtigte, die Syntax aber nach einem rein wissenschaftlichen Prinzip entwickelte, in der Geschichte der griech. Sprachwissenschaft epochemachend wurde. Noch günstiger aufgenommen wurden K.s «Kurzgefaßte Schulgrammatik der griech. Spracher (Hannov. 1836: 5. Aufl. ißt, sind unter E aufzusuchen. 1875) und die „Elementargrammatik der griech. Spraches (Hannov. 1837; 30. Aufl. 1880), welchen die Elementargrammatik der lat. Spracher (Hannov. 1841; 41. Aufl. 1879), die Lat. Vorschule» (Hannov. 1842; 18. Aufl. 1878) und die „Schulgrammatik der lat. Spraches (Hannov. 1842; 5. Aufl. 1861) folgten. Mit diesen Lehrbüchern in Verbindung stehen die Anleitung zum Übersetzen aus dem Deutschen in das Lateinischey (Hannov. 1842 u. öfter) und die «Anleitung zum üÜbersetzen aus dem Deutschen in das Griechischer (3 Abteil., Hannov. 1846—47). Schließlich veröffentlichte er noch eine Ausführliche Grammatik der lat. Sprachey (2 Bde., Hannov. 1877 —79). K. starb 16. April 1878 in Hannover.