FeedKästuer (Abrah. Gotthelf)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kästuer (Abrah. Gotthelf), Mathematiker und einer der witzigsten Epigrammatisten Deutschlands, geb. 27. Sept. 1719 zu Leipzig, benutzte schon von seinem 10. Jahre an die jurist. HT*ν den seines Vaters, welcher Professor in Leipzig war. Als Student widmete er sich seit 1731 mit Eifer der Philosophie, Physik und Mathematik. Nachdem er sich 1739 habilitiert, 1117 er mathem. und philos. Vorlesungen und erhielt 1746 in Leipzig eine außerord. Professur. Im J. 1756 folgte er dem Rufe als ord. Professor der Mathematik und Physik nach Göttingen, wo er 1765 den Hofratstitel erhielt und 20. Juni 1800 starb. Unter der großen Zahl seiner mathem. Schriften, durch welche nach und nach die Wolfschen Lehrbücher verdrängt wurden, sind seine «Anfangsgründe der Mathematiks (4 Bde., Gött. 1758—69; 6. Aufl. 1800) die vorzüglichste. Weniger Wert hat seine Geschichte der Mathematiko (4 Bde., Gött. 1796—1800). Den größten Ruf erwarben ihm seine witzigen »Sinngedichter, die ihn freilich ihrer persönlichen Beziehungen wegen in manche Fehde verwickelten. Sie erschienen zuerst ohne seine Genehmigung (Gieß. 1781) und dann, wenigstens zum Teil, in seinen Vermischten Schrifteno (2 Bde., Altenb. 1783). Eine neue Auflage der ersten Sammlung besorgte noch mit K.s Einwilligung Justi (2 Bde., Marburg 1800). Seine „Gesammelten poetischen und prosaischen schönwissenschaftlichen Werker erschienen in vier Bänden (Berl. 1841).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 175Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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