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ErdkundeBrockhaus 1882

Kutais, russ. Gouvernement in Transkaukasien zwischen dem Schwarzen Meere im W., Türkisch-Asien im SW., dem Bezirk des Schwarzen Meeres, dem Kuban⸗ und dem Terekgebiet im N., dem Gouvernement Tiflis im O. und Criwan im S., zerfällt in acht Kreise, umfaßt Mingrelien und seit 1882 auch die Gebiete von Suchum (Abchasien) und Batum und zählt auf 36 263 qkm 851173 E., der Mehrzahl nach Grusiner (armen. Gregorianer). Die Hauptstadt Kutais, 127 km westlich vom Schwarzen Meere und 243 km im WNW. von Tiflis an der großen Poststraße von Poti nach Tiflis, in sehr fruchtbarer Gegend 100 m hoch über dem Bett des reißenden Rion malerisch teils auf einem Felsen, teils auf bewaldeten Höhen gelegen, hat mehrere Kron⸗ und Bazargebäude, sieben Kirchen, darunter eine armenische und eine katholische, eine Synagoge, eine militärische Vorbereitungsschule, ein militärisches Lazarett, ein Gymnasium, eine Kreisschule, Kasernen für die Garnison und zählt mit der Garnison 12 741 CE. Der Ort treibt viel Gartenbau und unterhält große Jahr⸗ und Wochenmärkte für Getreide, Vieh, Wein und Seide. Uber den Rion führt eine Brücke, und am westl. Ufer liegen auf einem Berge die weitläufigen Trümmer der alten, 1773 von den Russen zerstörten Festung. K. soll 806 n. Chr. vom abchasischen Fürsten Leo II. gegründet worden sein, war 1259 die Residenz des imeretischen Zaren David Naryn und wurde im 18. Jahrh. von den Türken und 1810 von den

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 714Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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