FeedLagerungsformen
AllerleiBrockhaus 1882

Lagerungsformen der Gesteine sind je nach der Entstehungsweise der letztern durchaus verschieden; man unterscheidet: 1) Die Gesteine Rompleteicer also wässerigen Ursprungs bilden Komplexe (Hiese d von aufeinander lagernden Schichten. Diese besaßen naturgemäß anfänglich eine +½* (schwebende) Lagerung, welche sich lokal auch noch auf ziemlich weite Strecken erhalten hat; meist aber haben dieselben Lagerungsstörungen erlitten. Bei einfacher Schichtenaufrichtung haben die Schichten statt der ursprünglich horizontalen eine mehr oder weniger geneigte, oft sogar senkrechte, ja selbst überkippte Stellung angenommen. Durch Biegung infolge seitlicher Zusammenschiebung sind dagegen Mulden (Synclinalen) und Sättel Anticlinalen) entstanden. In einer Mulde sind die Schichten von beiden Seiten nach einer Mittellinie geneigt 90% in einem Sattel fallen sie nach beiden Seiten ab (). Schließen sich ein Sattel und eine Mulde mit gemeinschaftlichem Mittelschenkel aneinander, so entsteht eine Falte (Oh. Mehrere solcher Falten können zu einem Faltensystem verknüpft sein. Eine andere sehr gewöhnliche Form der Lagerungsstörung sind die Verwerfungen. Sie entstehen dadurch, daß auf Spalten, welche die Schichtenkomplexe quer durchsetzen, Verschiebungen der gegenseitigen Lage der getrennten Gesteinsmassen stattfinden, wodurch die Schichten auf der einen Seite der Spalte in ein höheres oder tieferes Niveau gerückt werden, als auf der andern. Solche Verwerfungen machen sich namentlich beim Abbau der Steinkohlenflötze fühlbar, weil letztere durch sie plötzlich und haarscharf abgeschnitten werden. Das Maß dieser Verwersungen beträgt oft mehrere hundert Meter. 2) Die Eruptivgesteine (s. d.) sind in glutflüssigem Zustande aus dem Erdinnern hervorgedrungen und dann erstarrt, durchsetzen also die Nachbargesteine, besitzen mit andern Worten durchgreifende Lagerung. Von Gesteinsmaterial ausgefüllte Eruptionsspalten nennt man Eruptivgänge, während die Stöcke mehr rundlichen Querschnitt aufweisen. Auf der Erdoberfläche hat sich das glutflüssige Material entweder zu Kuppen aufgestaut, oder zu vulkanischen Decken ausgebreitet (s. Lager), oder endlich in Strömen einseitig ergossen. Bei ihrer Erstarrung haben viele Eruptivgesteine säulenförmige Absonderung angenommen, infolge deren sie in bienenwabenartig nebeneinander stehende Prismen zerfallen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 746Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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