FeedLaharpe (Jean Francois de)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Laharpe (Jean Francois de), berühmter franz. Kritiker und Dichter, geb. in Paris 20. Nov. 1735, besuchte das Collége d'Harcourt und kam als angeblicher + eines Spottgedichts auf die Lehrer der Anstalt in seinem 19. Jahre auf einige Monate nach Bicétre. Die litterarische Laufbahn betrat er mit einem didaktischen Gedicht über die Langeweile (1757), dem eine Sammlung «Heroidenv folgte, die Voltaire sehr günstig beurteilte. Von der großen Zahl seiner Dramen sind die Tragödie „Warwicko (1763) und das Schauspiel „Mélanie „ (1770) zu erwähnen. Seine Elogesv wurden mit wenigen Ausnahmen gekrönt. Im J. 1776 ward er in die Akademie aufgenommen und 1786 Professor der Litteratur an dem neugestifteten Lyceum. Als die Revolution ausbrach, schloß er sich ihr an, wurde aber infolge einer Spöttelei über Robespierre als Redner verhaftet und fünf Monate im Luxembourg, wo er sich in einen devoten Katholiken und erbitterten Feind der Revolution umwandelte, gefangen gehalten. Mit großer Keckheit griff er Direktorium wie Konsularregierung an. Er starb zu Paris 11. Febr. 1803. Sein wichtigstes Werk ist das (Lycée, ou cours de littérature ancienne et moderne (12 Bde., Par. 1799—1805; 16 Bde., mit dem Leben L.s, Par. 1813). Noch parteiischer und ungerechter als in diesem zeigte er er seiner Correspondance littéraire (6.Bde., Par. 1801—7). Außerdem erschien nach seinem Tode ein Commentaire sur le théatre de Racinep (7 Bde., Par. 1807) und ein Commentaire sur le théatre de Voltairev (Par. 1814). Die beste Gesamtausgabe der Werke L.s besorgte Buchon (18 Bde., Par. 1825 —26).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 750Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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