FeedMarmontel (Jean Francois)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Marmontel (Jean Francois), namhafter franz. Schriftsteller, geb. 11. Juli 1723 zu Bort im Limousin, versuchte sich in Paris zunächst als Theaterdichter. Später erhielt er durch Begünstigung der Pompadour das Sekretariat des Bauwesens in Versailles. Glänzender wurde seine Lage, als er die Konzession des Mercurep erlangte. Indessen wurde sie ihm unter nichtigem Vorwande nach zwei Jahren entzogen, und er kam sogar eine Zeit lang in die Bastille. Seine in fast alle europ. Sprachen übersetzten Contes moraux „ (2 Bde., Par. 1761; deutsch von Schütz, 2 Bde., Lpz. 1794 95) sind bei manchen Vorzügen doch von einer gewissen Monotonie nicht frei. Seine «Mémoires d'un père pour servir à l'instruction de ses enfantsv sind für die Geschichte seiner Zeit und seines eigenen Lebens sehr lehrreich. Verdienst haben auch seine ästhetischen Versuche in der &Poétique francaiser (3 Bde., Par. 1763; deutsch, Brem. 1766— 68). In den «Eléments de littérature (6 Bde., Par. 1787) erscheint er als ein Geistesverwandter von Laharpe. Seit 1783 war M. Sekretär der Französischen Akademie, wurde auch zum Historiographen von Frankreich ernannt und zog sich beim Ausbruch der Revolution auf eine kleine Besitzung im Dorfe Abbeville bei Evreux zurück, wo er 31. Dez. 1799 starb. Er selbst besorgte eine Ausgabe seiner 4(Oeuvresv (17 Bde., Par.1786 87), an die sich seine „Oeuvres posthumeso (14 Bde.) anreihten. Gute Ausgaben besorgten Villenave (7 Bde., Par. 1819 —20) und Saint-Surin (12 Bde., Par. 1824 —27).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 472Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6