Lamberg, ein schon in den frühesten Zeiten in dem Erzherzogtum Ssterreich begütertes Geschlecht, das in der Mitte des 14. Jahrh. nach Krain zog, wo es durch die Verheiratung Wilhelms II. (1355 —99) mit der einzigen Tochter und Erbin Nikolaus von Pöttweins bedeutende Besitzungen erwarb. Hier teilte sichdas Haus 1414 durch Wilhelms drei Söhne, Balthasar, Georg und Jakob, in drei Hauptlinien. Die von Jakob begründete Linie zu Rotenbühel und Harbach erlosch seit 1689 vollständig: die mittlere, von Georg gestiftete, erlosch 1828 im Mannsstamme. Die ältere, von Balthasar begründete Hauptlinie spaltete sich durch dessen beide Söhne wieder in zwei Äste, von denen der erstere im 17. Jahrh. erlosch, während der zweite in einem seiner Zweige, der Orteneggschen Hauptlinie seit 1524 freiherrlich, seit 1636 reichsgräflich), noch gegenwärtig blüht. Dieselbe zerfällt in drei Linien. a) Die ältere Linie zu Feistritz, vom Freiherrn Raimund von L. begründet, wird gegenwärtig durch den Grafen Julius Raimund von L., geb. 11.Febr. 1830, Oberst-Erblandstallmeister in Krain und der Windischen Mark, repräsentiert. b) Die mittlere Linie, von Georg Sigismund gestiftet, zerfiel durch dessen beide Söhne abermals in zwei Zweige. Den erstern Zweig gründete Johann Maximilian von L. (geb. 1608 zu Steyer, gest. 1682), der 1642 Gesandter in Rom und 1644—47 kaiserl. Bevollmächtigter beim Westfälischen Friedenskongreß war und 1636 in den Grafenstand erhoben wurde. — Ein Neffe desselben, Graf Johann Philipp von L. (geb. 1651, gest. 1712), kämpste gegen die Türken, wurde 1682 Reichshofrat und wirkte als Gesandter zu Dresden, Berlin und Regensburg, trat jedoch in den geistlichen Stand über und wurde 1689 Bischof von Passau, erhielt auch 1700 den Kardinalshut. — Ein Enkel Johann Maximilians, Graf Leopold Matthias von L. (geb. 1667, gest. 1711), erhielt 1707 die reichsfürstl. Würde, welche beim Aussterben seiner direlten Nachkommen (1797) an das damalige Haupt des von Johann Wilhelm gestifteten jüngern oder bayr. Zweigs der mittlern Linie, an den Fürsten Karl Eugen von L. (geb. 1. April 1764, gest. 11. Mai 1831), überging, dessen Enkel, Fürst Gustav von L. (geb. 13. Sept. 1841) seit 1862 Haupt des fürstl. Zweigs des Hauses L. ist. e) Die jüngere, von Johann Albert stammende Linie der Hauptlinie Ortenegg hat sich in ihrem jüngern Aste zu Stockern (jetzt zu Ortenegg und Ottenstein) bis auf die Gegenwart erhalten. Haupt desselben ist Graf Franz von L., geb. 30. April 1832. — Der Vater dieses letztern, Graf Franz 1Dheru. von L. (geb. 30. Nov. 1791), trat 1810 in österr. Dienste und rückte bis 1843 zum Feldmarschalllieutenant auf. Wegen seiner Besitzungen in Ungarn hatte er einen Sitz an der ungar. Magnatentafel. L. wurde durch kaiserl. Manifest vom 25. Sept. 1848 zum königl. Kommissar in Ungarn und zum Oberkommandanten sämtlicher regulären und irregulären ungar. Truppen ernannt. Doch die ungar. Nationalversammlung erklärte 27. Sept. diese Ernennung für ungesetzlich und L. wurde 28. Sept. von dem wütenden Pöbel auf der Brücke zwischen Ofen und Pest ermordet. * Lambert von Hersfeld, früher häufig irrtümlich von Aschaffenburg genannt, ein Geschichtschreiber des 11. Jahrh., lebte als Mönch in der Benediktinerabtei Hersfeld, nachdem er 1058 eine Wallfahrt nach Jerusalem gemacht hatte. Er schrieb zuerst ein Epos über die Geschichte seiner Zeit, das verloren ist. Auch von seiner Geschichte des Klosters Hersfeld sind nur einzelne Bruchstücke erhalten. Dagegen ist vollständig auf uns gekommen seine Chronik, jetzt gewöhnlich Annalen genannt, worin bis 1039 nur ein dürrer Auszug älterer Annalen von der Schöpfung der Welt an gegeben, von da an aber mit wachsender Ausführlichkeit die Geschichte seiner Zeit, besonders Deutschlands, bis zur Wahl des Gegenkönigs Rudolf 1077 behandelt wird. Durch Reinheit der Sprache und Geschick der Darstellung gehört L. zu den besten Schriftstellern des Mittelalters; seine Auffassung hat lange Zeit das Urteil über Heinrich IV. bestimmt. Wenn auch der Vorwurf, die Wahrheit absichtlich entstellt zu haben, schwerlich begründet ist, so ist doch die Parteilichkeit seiner Darstellung unleugbar. Herausgegeben wurde die Chronik am besten in Pertz' Monumenta Germaniae historica (Bd. 5; besonderer Abdruck, Hannov. 1843) und übersetzt von Lelne (Berl. 1855). Vgl. die Dissertationen von efarth (Düsseld. 1872), Delbrück (Bonn 1873), Meyer (Königsb. 1877), Querner (Bern 1878), Ausfeld (Marb. 1879).