Salis, altadelige, jetzt zum teil freiherrliche und gräfliche Familie des schweiz. Kantons Graubünden, die, schon 1219 urkundlich erwähnt, sich von ihrem Stammsitze Soglio im Bergell in mehrern Zweigen, wie S.⸗Soglio, S.⸗Seewis, S.⸗Marschlins, S.⸗ Zizers u. s. w., über ganz Graubünden verbreitet und sowohl dem Staatsdienst der Drei Bünde, wie dem ausländischen Kriegsdienst viele hervorragende Männer gegeben hat. Den Gipfel ihrer Macht und ihres Einflusses erreichte die Familie während der Parteikämpfe des 17. und 18. Jahrh., in denen die S. meist an der Spitze der prot. oder franz., die Planta an derjenigen der span.⸗österr. Partei Graubündens standen. Rudolf von S. war 1622 Oberanführer der Prättigauer bei ihrem Aufstand gegen die Osterreicher. — Karl Ulysses von S.⸗ Marschlins, geb. 1728, gest. 1800, wurde 1757 Podesta im Veltlin und 1768 franz. Geschäftsträger in Graubünden und ist Verfasser der Fragmente der Staatsgeschichte des Thals Veltlin u. s. w. (1792) und der «Reisen in verschiedenen Provinzen des Königreichs Neapel» (Zür. u. Lpz. 1793). Joh. Ulrich von S.⸗Soglio, geb. 16. März 1790 zu Chur, machte als Kavallerieoffizier in bayr. Diensten mit Auszeichnung die Feldzüge von 1813 und 1814 mit und trat 1815 als Infanteriehauptmann in die niederländ. Armee, in welcher er bis 1840 diente. In die Heimat zurückgekehrt, schloß er sich der streng konservativen Partei an und übernahm, obwohl Protestant, 1847 den Oberbefehl über die Armee des Sonderbundes, zeigte sich jedoch seinem Gegner, dem eidgenössischen General Dufour, nicht gewachsen und mußte nach dem Treffen von Gislikon (23. Nov.), in dem er selbst verwundet wurde, die Waffen niederlegen. Nach längerm Aufenthalte im Auslande starb er 17. April 1871 zu Chur. Dem Zweige S.⸗Seewis gehörte der Dichter Joh. Gaudenz von S. (s. d.) an.