FeedLaminaria Mont.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Laminaria Mont., Algengattung aus der Abteilung der Phäosporeen. Die Arten derselben leben größtenteils in den nördl. Meeren. Es sind sehr ansehnliche Algen, die oft eine Länge von 2—3 m und darüber erreichen. Ihr Thallus sitzt mit einem wurzelähnlichen Haftorgan fest und entwickelt einen bis zu 2m langen ziemlich dicken Stiel, an welchem das sog. Blatt, das eine bedeutende Breite erlangen kann, ansitzt. Der ganze Thallus ist lederartig und meist olivengrün gefärbt, die Sporen sitzen in Häufchen unregelmäßig zerstreut auf der Fläche des blattartigen Teils. Am bekanntesten ist die in den nördl. Partien des Atlantischen und Großen Oceans, sowie in den arktischen Meeren vorkommende L. digitata Lamour. Sie wird bis 4 m lang und der Stiel oft 4—5 em dick, der blattartige Teil erreicht eine Breite von 30 em bis zu Im und ist gewöhnlich in eine Anzahl band- oder riemenartiger Lappen gespalten. Dieser Teil erneuert sich in jedem Jahre, indem an der Stelle, wo er dem Stiele ansitzt, eine Anschwellung entsteht, die sich zu einem neuen Blatte ausbildet; das alte stirbt dann ab und wird bald durch die Bewegung des Wassers abgerissen. Die Alge wächst in ziemlich bedeutenden Tiefen, ungefähr bis zu 20m, und sitzt mit ihrem Haftorgane an Felsen an. Das Gewebe des Thallus, hauptsächlich des Stiels, ist außerordentlich quellungsfähig; es kann durch die Einlagerung von Wasser einen sehr bedeutenden Druck überwinden. Es werden deshalb aus den Stengeln Sonden und Stifte hergestellt, welche in der Chirurgie zum Offenhalten von Kanälen, Wunden u. dgl. dienen. Von den übrigen Arten ist noch zu erwähnen die L. saccharina Lamour. Ihr Thallus ist etwas zarter gebaut wie der der vorigen Art, erreicht aber ungefähr dieselbe Länge, der blattartige Teil spaltet sich nicht in einzelne Lappen. Wegen ihres Gehaltes an Mannit wird sie an manchen Küstengegenden, z. B. in Norwegen, als Gemüse oder Salat gegessen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 766Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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