FeedLamey (Aug.)
GeschichteBrockhaus 1882

Lamey (Aug.), bad. Staatsmann, geb. 27. Juli 1816 zu Karlsruhe, studierte zu Bonn, München und Heidelberg die Rechtswissenschaft, war seit 1849 Rechtsanwalt in Freiburg i. Br. und wurde 1856 Professor der Rechtswissenschaft an der dortigen Universität. Er war Mitglied der bad. Zweiten Kammer 1848—52 und wurde 1860, nach dem Sturze des Ministeriums Stengel (3. April 1860), zum Geheimrat und Präsidenten des Ministeriums des Innern ernannt. Seiner Initiative sind namentlich zu verdanken das Gesetz vom 9. Okt. über die rechtliche Stellung der Kirchen im Staate und das Verwaltungsgesetz vom 5. Okt. 1863 mit Einrichtung eines bürgerlichen Bezirksrats für Verwaltungsstreitigkeiten und des Verwaltungsgerichtshofs. Als infolge der Ereignisse von 1866 das Kabinett Edelsheim zurücktrat, nahm auch L. (26. Juli) seine Entlassung und unterstützte nun als Abgeordneter die nationalen Ministerien Mathy und Jolly. In den ersten Deutschen Reichstag 1871—73 wurde L. von dem elften bad. Wahlkreise Mannheim-Schwetzingen-Weinheim gewählt und schloß sich dort der nationalliberalen Fraktion an, verzichtete aber 1874 auf eine Wiederwahl. Seit 1875 ist er nach vierjähriger Pause wieder Mitglied der bad. Zweiten Kammer und gehört zu den Führern der national-liberalen Partei in Baden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 766Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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