FeedLascy oder Lacy
GeschichteBrockhaus 1882

Lascy oder Lacy (Franz Mor., Graf von), österr. Feldmarschall, geb. 16. Okt. 1725 zu Petersburg, stammte aus einer in Irland angesessenen normänn. Familie, begann seine militärische Laufbahn als Fähnrich in österr. Diensten und stieg während des Ssterreichischen Erbfolgekriegs zum Obersten auf. Beim Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs rettete er in der Schlacht von Lowositz mit seinem Regiment die Armee und wurde dafür zum General befördert. Mit Auszeichnung kämpfte er sodann bei Prag, Breslau und Leuthen. Hierauf zum Generalquartiermeister ernannt, reorganisierte er die Armee und leitete 1758 den Entsatz von Olmütz. Er entwarf den Plan zum Überfall bei Hochkirch und bewog 1759 Daun, sich gegen Fink bei Maxen zu wenden, dessen Korps gefangen genommen wurde, worauf Maria Theresia L. zum Feldmarschalllieutenanternannte. Als Befehlshaber eines selbständigen Korps rettete er 1760 nach einem höchst beschwerlichen Marsche aus Schlesien nach Sachsen die Reichsarmee und drang bis Potsdam streifend vor. Für sein Verhalten in der Schlacht bei Torgau wurde er zum Feldmarschall erhoben, nach dem Hubertusburger Frieden 1765 Generalinspektor der Armee und 1766 Präsident des Hofkriegsrats. In dieser Stellung entfaltete er eine Hi Thätigkeit. Im Bayrischen Erbfolgekriege wählte er die Stellung an der Elbe bei Jaromirz und wurde nun der vertraute Freund Kaiser Josephs II. bis zu dessen Tode. Er folgte dem Kaiser 1788 in den Türkenkrieg; doch wurde der österr. Kordon durchbrochen, und L. konnte nur schwer die Folgen dieses Unsterns abwenden. Krank kehrte er nach Wien zurück, wo er 24. Nov. 1801 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 825Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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